Weiße Asseln (Trichorhina tomentosa) gehören zu den beliebtesten Bodenbewohnern in bioaktiven Terrarien. Gemeinsam mit Springschwänzen bilden sie eine wichtige sogenannte „Bodenpolizei“, indem sie organische Reste, abgestorbenes Pflanzenmaterial, Kot sowie Schimmel zersetzen und so zu einem stabilen Mikroklima beitragen.
Durch ihre geringe Größe, ihre hohe Vermehrungsrate und ihre Anspruchslosigkeit eignen sie sich ideal für tropische Terrarien und werden besonders häufig bei Pfeilgiftfröschen, Mantiden, Tausendfüßern und anderen feuchtigkeitsliebenden Arten eingesetzt.
Zusätzlich dienen sie in vielen Terrarien als gelegentliches Futtertier für kleinere Bewohner.
Haltung und Setup
Weiße Asseln lassen sich sowohl in eigenen Zuchtboxen als auch direkt im Terrarium problemlos halten. Für die Zucht eignen sich Kunststoffboxen mit Deckel, z. B. 1–5 Liter Dosen oder größere Boxen.
Eine starke Belüftung ist nicht notwendig – wichtiger ist eine dauerhaft hohe Feuchtigkeit.
Als Substrat eignen sich beispielsweise:
- Walderde
- Laubhumus
- Terrariensubstrat
- weißfaules Holz
Zur Einrichtung empfehlen sich:
- Laub (z. B. Eiche oder Buche)
- weißfaules Holz
- Korkstücke
- Moos
- feuchte Verstecke
Wichtig ist eine dauerhaft feuchte Umgebung ohne Staunässe.
Temperatur und Feuchtigkeit
Weiße Asseln bevorzugen warme und feuchte Bedingungen.
Temperatur: 18 – 26 °C
Feuchtigkeit: hoch
Je wärmer und feuchter die Bedingungen, desto schneller entwickeln sich stabile Populationen.
Ein Austrocknen des Substrats sollte vermieden werden.
Fütterung
Weiße Asseln ernähren sich hauptsächlich von:
- abgestorbenem Pflanzenmaterial
- Laub
- weißfaulem Holz
- organischen Resten
- Schimmel
Zusätzlich kann gefüttert werden mit:
- Fischfutter
- Gemüse (z. B. Gurke oder Karotte)
- Proteinquellen in kleinen Mengen
- Calciumquellen (Sepia, Mineralpulver)
Wichtig: Nicht zu viel auf einmal füttern, damit Futterreste nicht verderben.
Vermehrung
Unter guten Bedingungen vermehren sich Trichorhina tomentosa sehr schnell und bilden in kurzer Zeit große Populationen.
Bereits nach wenigen Wochen kann eine Kultur deutlich anwachsen und regelmäßig entnommen werden.
Ein gut laufender Ansatz eignet sich problemlos:
- zur Besiedlung neuer Terrarien
- als Bodenpolizei
- als gelegentliche Futterquelle
Pflege und Wartung
Die Pflege ist unkompliziert:
- Substrat dauerhaft feucht halten
- regelmäßig Laub und Holz ergänzen
- gelegentlich zufüttern
- abgestorbene Reste im Behälter belassen
Ein kompletter Neustart ist meist erst nach längerer Zeit notwendig.
Ich selbst halte meine Ansätze dauerhaft feucht und ergänze regelmäßig Laub sowie etwas Zusatzfutter, sobald vorhandene Futterreste weitgehend verwertet wurden.
Einsatz im Terrarium
Weiße Asseln erfüllen im Terrarium mehrere wichtige Funktionen:
- Zersetzung organischer Abfälle
- Unterstützung eines stabilen Mikroklimas
- Verwertung von Schimmel und Resten
- Auflockerung des Bodens
Besonders geeignet sind sie für:
- Pfeilgiftfrosch-Terrarien
- tropische Terrarien
- bioaktive Setups
- kleinere Wirbellose
Zusätzlich werden sie von vielen Tieren gelegentlich gefressen, wodurch sich Populationen im Terrarium oft selbst regulieren.
Entnahme
Die Entnahme gelingt meist unkompliziert.
Mit Versteckmaterial:
Korkstücke, Laub oder Holz können vorsichtig entnommen und leicht abgeklopft werden.
Direktes Absammeln:
Bei größeren Populationen lassen sich Tiere mit einem Löffel oder direkt mit etwas Substrat entnehmen.
Gerade bei größeren Kulturen empfiehlt es sich, mehrere Verstecke anzubieten, um die Entnahme zu erleichtern.
Hinweise
Weiße Asseln sind völlig harmlos für Pflanzen und Terrarienbewohner. Eine „Überpopulation“ ist in der Regel unproblematisch, da sich die Population an Futterangebot und Platz anpasst.
Da sie hohe Feuchtigkeit bevorzugen, eignen sie sich besonders für tropische Terrarien und weniger für trockene Setups.
Es gibt neben Trichorhina tomentosa viele weitere Asselarten mit unterschiedlichen Größen, Farben und Ansprüchen. Hier kannst du herausfinden, welche Assel-Art am besten zu dir passt.
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