Wann ist eine Asselzucht groß genug zum Teilen?

Eine gut laufende Asselzucht wächst mit der Zeit immer weiter. Irgendwann kann es sinnvoll sein, einen Teil der Tiere in einen neuen Behälter umzusetzen und damit einen zweiten Zuchtansatz zu starten. Doch ab welcher Populationsgröße ist eine Asselzucht eigentlich groß genug, um sie zu teilen?

Eine feste Zahl gibt es dafür nicht. Entscheidend sind neben der Anzahl der Tiere vor allem die Asselart, die Altersstruktur und der Zustand der Zucht.

Warum sollte man eine Asselzucht überhaupt teilen?

Ein zweiter Zuchtansatz bietet vor allem zusätzliche Sicherheit. Läuft in einer Box etwas schief, ist dadurch nicht sofort der gesamte Bestand einer Art betroffen.

Probleme können beispielsweise durch ein zu starkes Austrocknen, Staunässe, Schimmel, Schädlinge oder andere Haltungsfehler entstehen. Gerade bei seltenen oder wertvollen Asselarten kann eine zweite unabhängige Population deshalb sinnvoll sein.

Eine Teilung kann außerdem helfen, wenn eine Zuchtbox inzwischen sehr dicht besiedelt ist.

Gibt es eine Mindestanzahl?

Eine allgemeingültige Mindestanzahl lässt sich kaum festlegen. Zehn bis zwanzig Tiere einer sehr produktiven Art können eine völlig andere Ausgangssituation darstellen als zwanzig Tiere einer langsam wachsenden Art.

Als Orientierung würde ich eine Zucht erst dann teilen, wenn sie stabil läuft, regelmäßig Nachwuchs produziert und deutlich mehr Tiere vorhanden sind als für einen einzelnen Zuchtansatz notwendig wären.

Wer nach der Teilung zwei möglichst stabile Gruppen erhalten möchte, sollte also nicht warten, bis gerade einmal genügend Tiere vorhanden sind, um zwei kleine Startgruppen daraus zu bilden.

Die Altersstruktur ist wichtiger als die reine Anzahl

Nicht nur die Gesamtzahl der Asseln ist entscheidend. Eine Population aus beispielsweise 50 Tieren kann überwiegend aus sehr kleinen Jungtieren bestehen, während eine andere Population derselben Größe zahlreiche adulte und subadulte Tiere enthält.

Für einen neuen Ansatz ist eine gemischte Altersstruktur vorteilhaft. Dadurch befinden sich nicht alle Tiere gleichzeitig in derselben Entwicklungsphase und es stehen bereits Tiere kurz vor oder in der Fortpflanzung.

Beim Teilen sollten deshalb nach Möglichkeit adulte, subadulte und jüngere Tiere auf beide Behälter verteilt werden.

Wann würde ich noch nicht teilen?

Hat eine Asselzucht gerade erst die ersten Jungtiere produziert, würde ich sie normalerweise noch nicht aufteilen. Zu diesem Zeitpunkt ist zwar die Vermehrung gelungen, die Population muss sich aber erst richtig etablieren.

Auch nach Problemen oder größeren Verlusten ist eine Teilung wenig sinnvoll. Dann ist es meist besser, den vorhandenen Bestand zunächst wieder wachsen und stabil werden zu lassen.

Das Ziel sollte nicht sein, aus einer kleinen Zucht zwei noch kleinere Zuchten zu machen.

Wie viele Tiere sollte man in den neuen Ansatz setzen?

Auch hier hängt die sinnvolle Anzahl stark von der Art ab. Grundsätzlich würde ich nicht nur wenige einzelne Tiere herausfangen, wenn der neue Behälter tatsächlich als eigenständige Zucht dienen soll.

Je größer und vielfältiger die Startgruppe ist, desto geringer ist das Risiko, zufällig eine ungünstige Zusammensetzung zu erwischen.

Bei Arten, deren Geschlechter äußerlich nur schwer oder gar nicht sicher unterschieden werden können, ist eine ausreichend große Startgruppe besonders sinnvoll.

In der Regel starte ich neue Ansätze mit 10 – 20 Tieren bei schnell vermehrenden Gattungen wie Armadillidium, Porcellio und Porcellionides und etwas mehr bei langsameren Arten wie Cubaris.

Muss man Asseln bei einer großen Population zwingend teilen?

Nein. Eine große Population allein bedeutet nicht automatisch, dass eine Zucht geteilt werden muss.

Wenn ausreichend Platz, Futter und geeignete Mikroklimata vorhanden sind und die Population weiterhin gut läuft, kann eine Zucht auch mit sehr vielen Tieren funktionieren.

Bei stark steigender Populationsdichte sollte man allerdings darauf achten, ob Futter schneller verschwindet, die Tiere sämtliche Bereiche des Behälters stark besiedeln oder sich die Bedingungen im Behälter verschlechtern. Zu große Populationen können schnell relativ spontan kippen.

Eine größere Box, die Entnahme von Tieren oder ein zusätzlicher Zuchtansatz können dann sinnvoll sein.

Teilen oder lieber Tiere verkaufen?

Bei Asselarten, die regelmäßig verkauft werden, entsteht die Teilung teilweise ganz von selbst: Ein Teil der Population wird laufend entnommen, während genügend Tiere für die weitere Zucht zurückbleiben.

Trotzdem kann es gerade bei wichtigen Zuchtarten sinnvoll sein, einen separaten Reserveansatz zu führen. Dieser sollte dann nicht ständig für Verkäufe geplündert werden, sondern tatsächlich als Absicherung dienen.

Bei sehr produktiven Arten ist das relativ einfach. Bei langsam vermehrenden Arten muss dagegen abgewogen werden, ob die zusätzliche Sicherheit einer zweiten Zucht den zunächst langsameren Aufbau beider Populationen rechtfertigt.

Wie teilt man eine Asselzucht?

Für den neuen Ansatz wird ein eigener Behälter mit geeignetem Substrat, Laub, morschem Holz, Verstecken und einem passenden Feuchtigkeitsgradienten vorbereitet.

Anschließend wird ein Teil der vorhandenen Population umgesetzt. Dabei sollte man nicht ausschließlich die größten Tiere auswählen, sondern möglichst verschiedene Größen und Altersstufen mitnehmen.

Es kann außerdem sinnvoll sein, etwas Material aus der etablierten Zucht zu übernehmen. Dadurch gelangen neben eventuell übersehenen Jungtieren auch bereits vorhandene Mikroorganismen in den neuen Ansatz.

Dabei sollte allerdings nur Material aus einer gesunden und unauffälligen Zucht übernommen werden. Besteht ein Problem mit unerwünschten Begleitorganismen, würde man diese ansonsten direkt mit in die neue Box übertragen.

Fazit

Eine Asselzucht ist nicht ab einer bestimmten Tierzahl automatisch groß genug zum Teilen. Wichtiger ist, dass die Population stabil läuft, regelmäßig Nachwuchs hervorbringt und genügend Tiere verschiedener Altersstufen vorhanden sind.

Nach der Teilung sollten sowohl der ursprüngliche als auch der neue Ansatz noch eine ausreichend große und gut strukturierte Population besitzen.

Im Zweifel lohnt es sich deshalb, etwas länger zu warten. Aus einer großen, stabilen Asselzucht lassen sich problemlos zwei gute Ansätze machen – aus einer gerade erst etablierten kleinen Gruppe dagegen schnell zwei Zuchten, die beide nur langsam vorankommen.

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