Futter für Vogelspinnen

Die meisten Vogelspinnen sind opportunistische Jäger und nehmen eine Vielzahl unterschiedlicher Futtertiere an. In der Terrarienhaltung eignen sich verschiedene Insektenarten als regelmäßiges Futter. Entscheidend sind dabei die Größe der Vogelspinne, die Größe des Futtertiers sowie dessen Nährwert.

Grundsätzlich sollte das Futtertier nicht deutlich größer als der Vorderkörper (Prosoma) der Vogelspinne sein. Jungtiere benötigen entsprechend kleinere Futtertiere als adulte Tiere.

Geeignete Futtertiere für Vogelspinnen

Schaben

Schaben gehören zu den beliebtesten Futtertieren für Vogelspinnen. Sie sind nährstoffreich, einfach zu halten und in verschiedenen Größen erhältlich.

Geeignete Arten sind beispielsweise:

Besonders aktive Arten wie Schokoschaben lösen häufig einen ausgeprägten Jagdreflex aus.

Asseln

Auch verschiedene Asselarten können als Futtertiere für kleinere Vogelspinnen eingesetzt werden. Besonders Arten wie Porcellio laevis werden von vielen Zwerg- und Jungvogelspinnen problemlos angenommen.

Asseln besitzen den Vorteil, dass sie sich im Terrarium nicht aktiv an der Vogelspinne vergreifen und gleichzeitig einen hohen Nährwert bieten. Durch ihre eher langsame Fortbewegung eignen sie sich insbesondere für Arten, die nicht auf schnelle Jagdreaktionen angewiesen sind.

Geeignete Futterasseln sind beispielsweise:

Vor allem bei kleineren Vogelspinnenarten sowie bei Jungtieren können Asseln eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Futterinsekten darstellen.

Heimchen und Grillen

Heimchen und Grillen werden von vielen Vogelspinnen problemlos angenommen. Durch ihre Bewegungsfreudigkeit werden sie schnell wahrgenommen und gejagt.

Da sie teilweise recht laut sein können und sich im Terrarium verstecken, bevorzugen viele Halter langfristig Schaben als Hauptfutter.

Heuschrecken

Heuschrecken eignen sich besonders für größere Vogelspinnenarten. Sie besitzen einen hohen Nährwert und werden von vielen Arten gerne angenommen.

Aufgrund ihrer Größe eignen sie sich vor allem für subadulte und adulte Tiere.

Larven und Würmer

Gelegentlich können auch Larven als Ergänzung angeboten werden, beispielsweise:

  • Zophobas
  • Mehlwürmer
  • Wachsmottenlarven

Da diese Futtertiere häufig einen höheren Fettgehalt besitzen, sollten sie eher als gelegentliche Ergänzung und nicht als Hauptfutter dienen.

Fliegen

Für Jungvogelspinnen (Slings) eignen sich verschiedene Fliegenarten als Futtertiere. Besonders Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster und Drosophila hydei) werden von vielen kleinen Vogelspinnenarten problemlos angenommen.

Durch ihre geringe Größe eignen sie sich vor allem für frisch geschlüpfte oder noch sehr kleine Jungtiere, die mit größeren Futtertieren überfordert wären. Die Fliegen regen durch ihre Bewegung häufig das Jagdverhalten an und ermöglichen eine regelmäßige Fütterung in den ersten Entwicklungsstadien.

Mit zunehmender Größe der Vogelspinne wird in der Regel auf größere Futtertiere wie Asseln, Schaben oder Heimchen umgestellt.

Geeignete Arten sind beispielsweise:

  • Drosophila melanogaster
  • Drosophila hydei

Insbesondere für Zwergvogelspinnen und kleine Jungtiere stellen Fruchtfliegen eine praktische und leicht verfügbare Futterquelle dar.

Fütterungshäufigkeit

Die optimale Fütterungshäufigkeit hängt vom Alter, der Art und dem Ernährungszustand der Vogelspinne ab.

Während Slings mindestens einmal pro Woche gefüttert werden sollten, kann es bei adulten Tieren reichen, wenn einmal im Monat oder sogar seltener gefüttert wird.

Viele Vogelspinnen legen zudem längere Fresspausen ein. Dies ist insbesondere vor einer Häutung völlig normal und kein Grund zur Sorge.

Als grobe Orientierung kann das Verhältnis von Abdomen (Hinterleib) zu Carapax (Vorderkörper) dienen. Ist das Abdomen deutlich kleiner als der Carapax, sollte die Vogelspinne gefüttert werden. Bei einem ähnlich großen oder größeren Abdomen ist meist keine sofortige Fütterung notwendig.

Futtertiere vor der Häutung entfernen

Steht eine Häutung bevor, sollten verbleibende Futtertiere aus dem Terrarium entfernt werden.

Insbesondere Heimchen und Grillen können frisch gehäutete Vogelspinnen verletzen.

Während der Häutung und der anschließenden Aushärtungsphase sollte nicht gefüttert werden, da die Chelizeren (Zähne) der Vogelspinne noch nicht ausgehärtet sind und abbrechen könnten.

Abwechslung beim Futter

Auch wenn viele Vogelspinnen über lange Zeit mit einer einzigen Futtertierart erfolgreich gepflegt werden können, sorgt ein gelegentlicher Wechsel der Futtertiere für Abwechslung und ermöglicht unterschiedliche Nährstoffprofile.

Eine Kombination aus Schaben, Grillen oder Heimchen sowie gelegentlichen Larven hat sich in der Praxis bewährt.

Fazit

Vogelspinnen sind bei der Wahl ihrer Nahrung meist unkompliziert. Schaben, Grillen, Heimchen und Heuschrecken eignen sich hervorragend als regelmäßige Futtertiere. Wichtig sind passende Futtertiergrößen, eine bedarfsgerechte Fütterung sowie das Entfernen von Futtertieren vor einer anstehenden Häutung.

Mit einer abwechslungsreichen und artgerechten Fütterung lassen sich die meisten Vogelspinnenarten langfristig erfolgreich pflegen.

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