Wie giftig sind Vogelspinnen?

Viele Menschen verbinden Vogelspinnen automatisch mit gefährlichen Spinnenbissen und starkem Gift. Tatsächlich sind die meisten in der Terraristik gepflegten Vogelspinnen jedoch deutlich weniger gefährlich, als oft angenommen wird.

Trotzdem sollten Vogelspinnen stets mit Respekt behandelt werden. Sowohl Bisse als auch die sogenannten Brennhaare einiger Arten können unangenehme Beschwerden verursachen.

Haben Vogelspinnen Gift?

Ja, alle Vogelspinnen besitzen Giftdrüsen und nutzen ihr Gift in erster Linie zum Beutefang und zur Verteidigung.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ihr Gift für Menschen gefährlich ist.

Die meisten in der Terraristik gehaltenen Arten verfügen über ein Gift, das bei gesunden Menschen in der Regel keine lebensbedrohlichen Folgen verursacht. Die Auswirkungen werden häufig mit einem schmerzhaften Insekten- oder Wespenstich verglichen, können jedoch je nach Art und Person unterschiedlich ausfallen.

Wie gefährlich ist ein Vogelspinnenbiss?

Ein Biss einer Vogelspinne sollte niemals unterschätzt werden.

Neben dem Gift können bereits die kräftigen Kiefer der Tiere Schmerzen verursachen. Schwellungen, Rötungen und lokale Beschwerden sind nach einem Biss möglich.

Die Stärke der Symptome hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Vogelspinnenart
  • abgegebene Giftmenge
  • Bissstelle
  • individuelle Empfindlichkeit der betroffenen Person

Bei empfindlichen Personen oder Allergikern können die Reaktionen deutlich stärker ausfallen.

Gibt es tödlich giftige Vogelspinnen?

Die meisten Vogelspinnenarten, die in der Terraristik gepflegt werden, gelten für gesunde Erwachsene nicht als lebensgefährlich.

Einige Arten verfügen jedoch über deutlich stärker wirksame Gifte als andere.

Besonders verschiedene Arten aus Asien, Afrika und Australien können nach einem Biss stärkere Beschwerden verursachen. Dazu gehören beispielsweise:

  • starke Schmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Taubheitsgefühle
  • Kreislaufprobleme

Zu den Vogelspinnen mit vergleichsweise starkem Gift zählen beispielsweise einige Arten der Gattung Poecilotheria. Solche Arten gelten meist als anspruchsvoller und werden überwiegend von erfahrenen Haltern gepflegt.

Solche Arten werden häufig als Giftspinnen eingestuft und unterliegen in vielen Bundesländern besonderen rechtlichen Regelungen.

Vor der Anschaffung einer Vogelspinne sollte daher immer geprüft werden, welche gesetzlichen Vorgaben am eigenen Wohnort gelten.

Brennhaare als zusätzliche Verteidigung

Viele Vogelspinnen aus Nord- und Südamerika besitzen sogenannte Brennhaare.

Bei Gefahr streifen die Tiere diese feinen Haare von ihrem Hinterleib ab und schleudern sie in Richtung des Angreifers.

Gelangen Brennhaare auf die Haut, können sie Juckreiz, Rötungen und Hautreizungen verursachen.

Besonders problematisch sind Brennhaare in den Augen oder Atemwegen. Deshalb sollte bei Arbeiten im Terrarium stets vorsichtig vorgegangen werden.

Nicht alle Vogelspinnen besitzen Brennhaare. Viele Arten aus Afrika, Asien und Australien verlassen sich stattdessen stärker auf ihr Verhalten und ihr Gift zur Verteidigung.

Warum Vogelspinnen nicht auf die Hand gehören

Immer wieder sind im Internet Bilder oder Videos von Vogelspinnen auf der Hand zu sehen.

Aus Sicht der Tierhaltung ist dies jedoch nicht empfehlenswert.

Zum einen bedeutet das Handling häufig unnötigen Stress für das Tier. Zum anderen besteht immer das Risiko eines Bisses oder eines Sturzes.

Bereits ein Fall aus geringer Höhe kann für eine Vogelspinne schwere Verletzungen oder sogar den Tod bedeuten.

Hinzu kommt, dass selbst ruhige Vogelspinnen überraschend schnell reagieren können. Ein kurzer Schreckmoment genügt oft, damit das Tier plötzlich losläuft oder abstürzt.

Vogelspinnen sind Beobachtungstiere und sollten möglichst wenig direkt gehandhabt werden.

Was tun nach einem Vogelspinnenbiss?

Nach einem Vogelspinnenbiss sollte Ruhe bewahrt werden.

Die betroffene Stelle kann gekühlt und beobachtet werden. Treten ungewöhnlich starke Beschwerden auf oder besteht der Verdacht auf eine allergische Reaktion, sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Zu den möglichen Warnzeichen gehören:

  • Atembeschwerden
  • starke Schwellungen
  • Kreislaufprobleme
  • allergische Reaktionen

Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt kontaktiert werden.

Fazit

Vogelspinnen sind giftige Tiere, die ihr Gift zum Beutefang und zur Verteidigung einsetzen. Die meisten in der Terraristik gehaltenen Arten besitzen jedoch kein für gesunde Menschen lebensgefährliches Gift.

Dennoch können Bisse schmerzhaft sein und Brennhaare unangenehme Reizungen verursachen. Vogelspinnen sollten daher stets respektvoll behandelt und möglichst nicht auf die Hand genommen werden.

Wer sich vor der Anschaffung über die jeweilige Art informiert und die geltenden gesetzlichen Regelungen beachtet, kann Vogelspinnen sicher und verantwortungsvoll pflegen.

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