Brauchen Asseln Kalk?
Asseln besitzen einen festen Panzer, der ihnen Schutz bietet und während des Wachstums regelmäßig erneuert werden muss. Dabei spielt Calcium eine wichtige Rolle. Entsprechend häufig findet man in der Asselhaltung Empfehlungen, zusätzlich Kalk, Sepiaschale oder andere Calciumquellen anzubieten.
Doch brauchen Asseln tatsächlich zusätzlich Kalk?
Asseln benötigen Calcium, eine separate Kalkquelle ist bei einer ausgewogenen Ernährung jedoch nicht zwingend notwendig. In der Haltung ist es trotzdem sinnvoll, dauerhaft eine geeignete Calciumquelle anzubieten. Die Tiere können diese bei Bedarf selbstständig nutzen.
Warum brauchen Asseln Calcium?
Asseln gehören zu den Krebstieren. Ihr Außenskelett enthält unter anderem Calciumverbindungen, die zur Stabilität des Panzers beitragen.
Da dieser Panzer nicht mitwachsen kann, müssen Asseln sich während ihres Wachstums regelmäßig häuten. Anders als viele andere Gliederfüßer häuten sie sich dabei nicht auf einmal: Zunächst wird die hintere und anschließend die vordere Körperhälfte gehäutet.
Calcium spielt insbesondere rund um diese Häutungen eine wichtige Rolle.
Asseln können einen Teil des benötigten Calciums speichern und wiederverwenden. Trotzdem muss Calcium langfristig auch über die Nahrung aufgenommen werden.
Muss man Asseln zusätzlich mit Kalk versorgen?
Nicht unbedingt.
In einer abwechslungsreichen Ernährung und einem entsprechend eingerichteten Substrat können bereits verschiedene Calciumquellen vorhanden sein. Trotzdem hat es sich in der Asselhaltung bewährt, eine zusätzliche Calciumquelle dauerhaft zur freien Verfügung anzubieten.
Die Asseln können diese dann nach Bedarf aufnehmen.
Das ist insbesondere deshalb praktisch, weil sich der tatsächliche Calciumbedarf einer Kolonie kaum sinnvoll anhand einer festen Futtermenge bestimmen lässt.
Welche Calciumquellen eignen sich für Asseln?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Asseln zusätzlich mit Calcium zu versorgen.
Sepiaschale
Sepiaschale ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Calciumquellen in der Asselhaltung.
Ein Stück kann einfach in die Box gelegt werden. Die Asseln raspeln bei Bedarf daran und die Sepiaschale kann über einen langen Zeitraum im Behälter verbleiben.
Sie hat außerdem den Vorteil, dass sich leicht erkennen lässt, wie stark sie von der Kolonie genutzt wird.
Calciumcarbonat und Kalkpulver
Auch Calciumcarbonat beziehungsweise geeigneter Futterkalk kann verwendet werden.
Das Pulver kann beispielsweise in kleinen Mengen auf das Substrat oder auf zusätzliches Futter gegeben werden.
Bei Pulver sollte jedoch nicht unnötig viel verwendet werden. Eine frei zugängliche feste Calciumquelle lässt sich häufig einfacher dauerhaft anbieten.
Zerkleinerte Eierschalen
Auch Eierschalen bestehen zu einem großen Teil aus Calciumcarbonat und können grundsätzlich als Calciumquelle dienen.
Vor der Verwendung sollten sie gründlich gereinigt und getrocknet werden. Anschließend können sie zerbrochen oder zermahlen angeboten werden.
Für die regelmäßige Versorgung sind fertige Calciumquellen wie Sepiaschale allerdings häufig unkomplizierter.
Kalkhaltiges Gestein
Je nach Einrichtung können auch kalkhaltige Materialien im Behälter vorhanden sein und von den Asseln genutzt werden.
Ob darüber tatsächlich ausreichend Calcium aufgenommen wird, lässt sich allerdings schwieriger beurteilen. Eine zusätzliche, gut zugängliche Calciumquelle bietet daher mehr Kontrolle.
Fressen Asseln Sepiaschale?
Ja. Viele Asselarten nutzen Sepiaschale bereitwillig.
Wie stark sie daran fressen, kann allerdings erheblich variieren. Bei einer großen, wachsenden Kolonie kann eine Sepiaschale deutlich sichtbare Fraßspuren bekommen, während sie in einer anderen Kultur lange nahezu unverändert aussieht.
Das bedeutet nicht automatisch, dass mit der jeweiligen Kolonie etwas nicht stimmt. Der Bedarf hängt unter anderem von Art, Größe und Entwicklungsstadien der vorhandenen Tiere sowie von den übrigen Calciumquellen ab.
Brauchen junge Asseln besonders viel Calcium?
Junge Asseln wachsen und häuten sich regelmäßig. Eine ausreichende Calciumversorgung ist daher insbesondere für wachsende Tiere wichtig.
In einer gut laufenden Zucht befinden sich meist zahlreiche Tiere unterschiedlicher Alters- und Entwicklungsstadien gleichzeitig in der Box. Schon deshalb bietet es sich an, Calcium nicht nur gelegentlich zuzufüttern, sondern permanent verfügbar zu halten.
Kann man Asseln zu viel Kalk geben?
Eine feste Calciumquelle wie ein Stück Sepiaschale kann normalerweise einfach dauerhaft in der Asselbox verbleiben. Die Tiere entscheiden selbst, wann und wie viel sie davon aufnehmen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass große Mengen Kalkpulver wahllos unter das gesamte Substrat gemischt werden sollten.
Je nach verwendetem Material kann Kalk auch die Eigenschaften des Substrats beeinflussen. Insbesondere der pH-Wert kann sich verändern.
Wer lediglich die Calciumversorgung der Asseln sicherstellen möchte, kann deshalb eine separate Calciumquelle anbieten, ohne das komplette Substrat stark aufzukalken.
Kalk ersetzt keine abwechslungsreiche Ernährung
Eine Calciumquelle allein reicht für eine erfolgreiche Asselhaltung nicht aus.
Die Grundlage der Ernährung bilden bei vielen Arten abgestorbenes Pflanzenmaterial und insbesondere Laub sowie morsches Holz. Zusätzlich können abhängig von der Art verschiedene pflanzliche und proteinreiche Futtermittel angeboten werden.
Calcium ist deshalb als Bestandteil einer insgesamt geeigneten Ernährung zu betrachten und nicht als Ersatz für die übrigen Nahrungsquellen.
Ist Kalk auch bei Asseln im Terrarium notwendig?
Asseln werden nicht nur in separaten Zuchtboxen gehalten, sondern häufig als Bodenpolizei in bioaktiven Terrarien eingesetzt.
Auch dort benötigen sie Calcium.
In einem abwechslungsreich eingerichteten Terrarium können bereits verschiedene natürliche Calciumquellen vorhanden sein. Wer sicherstellen möchte, dass den Asseln ausreichend Calcium zur Verfügung steht, kann trotzdem eine kleine zusätzliche Quelle an einer geschützten Stelle anbieten.
Sepiaschale lässt sich beispielsweise teilweise unter Laub oder anderen Einrichtungsgegenständen verstecken, wenn sie optisch nicht auffallen soll.
In Terrarien, in denen die Futtertiere mit Mineralpulvern supplementiert werden (z.B. bei Pfeilgiftfröschen) landet eigentlich immer genug Calcium darüber im Terrarium um die Asseln zu versorgen.
Woran erkennt man einen Calciummangel bei Asseln?
Probleme bei Häutungen oder ungewöhnlich schwach entwickelte Panzer können verschiedene Ursachen haben. Eine mangelhafte Calciumversorgung ist dabei grundsätzlich eine mögliche Ursache.
Solche Beobachtungen erlauben allerdings keine eindeutige Diagnose. Auch Feuchtigkeit, Ernährung, Temperatur und andere Haltungsbedingungen können eine Rolle spielen.
Sinnvoller als auf erkennbare Mangelerscheinungen zu warten ist daher, von Anfang an eine geeignete Calciumquelle anzubieten.
Fazit
Asseln benötigen Calcium für ihren Panzer und ihr Wachstum. Eine zusätzliche Kalkquelle ist nicht zwangsläufig erforderlich, wenn bereits ausreichend Calcium über Nahrung und Umgebung zur Verfügung steht.
In der Haltung ist es dennoch unkompliziert und sinnvoll, den Tieren dauerhaft eine Calciumquelle anzubieten.
Besonders praktisch ist beispielsweise Sepiaschale: Sie kann über längere Zeit in der Asselbox verbleiben und von den Tieren nach Bedarf genutzt werden.
Wichtiger als möglichst viel Kalk anzubieten ist jedoch eine insgesamt ausgewogene Haltung mit geeignetem Substrat, Laub, morschem Holz, ausreichender Feuchtigkeit und einer abwechslungsreichen Ernährung.
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