Laub im Aquarium und Terrarium – Warum es so wichtig ist

Laub gehört in naturnahen Aquarien und Bioaktiv-Terrarien zu den wichtigsten natürlichen Materialien. Es dient nicht nur als Dekoration, sondern erfüllt zahlreiche Funktionen für Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen. Viele Wirbellose, Amphibien und Reptilien profitieren direkt oder indirekt von einer Laubschicht.

Welche Vorteile hat Laub?

Laub erfüllt gleich mehrere Aufgaben:

  • natürliche Versteckmöglichkeiten
  • Nahrung für Asseln, Springschwänze, Tausendfüßer und Schnecken
  • Lebensraum für Mikroorganismen
  • langsame Freisetzung von Huminstoffen (vor allem im Aquarium)
  • natürlicher Waldboden-Look
  • Unterstützung eines stabilen biologischen Gleichgewichts

Gerade in Bioaktiv-Terrarien bildet Laub die Grundlage für viele Zersetzer und sollte dauerhaft vorhanden sein.

Laub als Nahrung

Viele Bodenbewohner ernähren sich nicht vom frischen Laub selbst, sondern von den Pilzen und Mikroorganismen, die das Laub besiedeln.

Besonders wichtig ist Laub für:

Deshalb sollte verbrauchtes Laub regelmäßig ergänzt werden.

Welche Laubarten eignen sich?

Bewährt haben sich beispielsweise:

  • Buche
  • Eiche
  • Haselnuss
  • Seemandelbaum

Alle Arten unterscheiden sich etwas in ihrer Zersetzungsgeschwindigkeit und ihren Inhaltsstoffen.

Buchenlaub

  • langlebig
  • stabil
  • sehr beliebt bei Asseln & Tausendfüßern

Eichenlaub

  • besonders robust
  • zersetzt sich langsam
  • enthält viele Gerbstoffe

Haselnusslaub

  • wird oft schneller angenommen
  • zersetzt sich etwas schneller

Seemandelbaumblätter

  • häufig in Garnelen- und Betta-Aquarien
  • für Kaulquappen-Zucht und Pfeilgiftfrösche sehr gut geeignet
  • werden wegen ihrer Huminstoffe geschätzt

Welche Wirkung hat Laub im Aquarium?

Im Aquarium gibt Laub nach und nach Huminstoffe und Gerbstoffe an das Wasser ab.

Dadurch können:

  • das Wasser leicht bernsteinfarben werden,
  • Mikroorganismen gefördert werden,
  • Garnelen und Schnecken zusätzliche Nahrung finden.

Gerade Garnelen weiden die entstehenden Biofilme intensiv ab.

Welche Wirkung hat Laub im Terrarium?

Im Terrarium steht weniger die Wasserchemie im Vordergrund als vielmehr die Funktion als Waldboden.

Laub sorgt für:

  • Verstecke
  • dauerhaftes Futter für die Bodenpolizei
  • Feuchtigkeitsspeicherung
  • natürliches Erscheinungsbild
  • aktiven Nährstoffkreislauf

Gerade Asseln, Tausendfüßer und Springschwänze profitieren enorm davon. Bei Seemandelbaumblättern profitieren die Tiere auch von der leicht desinfizierenden und pilzhemmenden Wirkung. Pfeilgiftfrösche leben zudem häufig in den Laubschichten am Boden und nutzen eine ordentliche Laubschicht als Versteck und zur Futtersuche.

Muss Laub ersetzt werden?

Ja.

Mit der Zeit wird Laub vollständig zersetzt.

Wie schnell das geschieht, hängt unter anderem von:

  • Luftfeuchtigkeit,
  • Temperatur,
  • Mikrofauna,
  • Laubart

ab.

Ist kaum noch Laub vorhanden, sollte nachgelegt werden.

Darf man Laub selbst sammeln?

Grundsätzlich ja.

Dabei sollte man jedoch beachten:

  • keine Straßenränder
  • keine gespritzten Flächen
  • möglichst unbelastete Wälder
  • trockenes Herbstlaub verwenden
  • vor der Verwendung gut trocknen

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet speziell für Aquarien und Terrarien vorbereitetes Laub.

Fazit

Laub ist weit mehr als Dekoration. Im Aquarium liefert es Huminstoffe und dient Garnelen sowie Schnecken als natürliche Nahrungsquelle. Im Terrarium bildet es die Grundlage eines funktionierenden Bioaktiv-Systems und versorgt Asseln, Springschwänze und andere Bodenbewohner dauerhaft mit Nahrung und Verstecken. Eine regelmäßige Ergänzung der Laubschicht trägt wesentlich zu einem stabilen biologischen Gleichgewicht bei.

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