Viele Menschen entscheiden sich für eine Vogelspinne wegen ihres faszinierenden Aussehens und ihres oft beeindruckenden Verhaltens. Dabei wird ein Punkt beim Kauf häufig unterschätzt: Nicht jede Vogelspinne zeigt sich regelmäßig.
Während manche Arten fast dauerhaft sichtbar im Terrarium sitzen oder aktiv unterwegs sind, verbringen andere den Großteil ihres Lebens versteckt in Höhlen, Gespinsten oder unterirdischen Verstecken.
Wichtiger Hinweis:
Ich bewerte hier ausschließlich Arten, die ich selbst halte oder gehalten habe. Die Einschätzungen beruhen daher auf meinen persönlichen Erfahrungen und können je nach individuellem Tier, Alter, Geschlecht, Terrarieneinrichtung und Haltungsbedingungen variieren.
Was bedeutet „zeigefreudig“ bei Vogelspinnen?
Mit zeigefreudig meine ich Arten, die regelmäßig offen im Terrarium sitzen und tagsüber gut beobachtet werden können.
Andere Arten verbringen dagegen einen Großteil ihrer Zeit versteckt und kommen oft nur nachts oder sehr selten aus ihren Verstecken.
Wer sein Tier möglichst oft beobachten möchte, sollte diesen Punkt bei der Auswahl unbedingt berücksichtigen.
Acanthoscurria geniculata
Acanthoscurria geniculata gehört bei mir zu den sichtbarsten Vogelspinnen überhaupt.
Die Tiere sitzen oft offen im Terrarium und verstecken sich meist nur während der direkten Vorbereitung auf eine Häutung oder unmittelbar danach.
Gerade aufgrund ihrer Größe und ihres auffälligen schwarz-weißen Erscheinungsbildes ist diese Art für Beobachtungen besonders spannend.
Einschätzung: extrem zeigefreudig
Brachypelma auratum, Brachypelma boehmei und Brachypelma hamorii
Meine Erfahrungen mit verschiedenen Brachypelma-Arten sind relativ ähnlich.
Teilweise sitzen die Tiere über längere Zeit offen sichtbar im Terrarium und zeigen sich regelmäßig. Es gibt jedoch immer wieder längere Phasen, in denen sie sich zurückziehen und deutlich seltener zu sehen sind.
Wer sich für diese Arten entscheidet, sollte also damit rechnen, dass die Sichtbarkeit phasenweise stark schwanken kann.
Einschätzung: meistens sichtbar, aber wechselhaft
Chromatopelma cyaneopubescens
Obwohl Chromatopelma cyaneopubescens häufig als aktive Art beschrieben wird, zeigt sich mein eigenes Tier bislang eher zurückhaltend.
Es verbringt viel Zeit in geschützten Bereichen und ist deutlich seltener offen sichtbar als ich ursprünglich erwartet hatte.
Natürlich können sich solche Verhaltensweisen individuell unterscheiden und mit dem Alter des Tieres ändern.
Einschätzung: eher zurückhaltend (zumindest bei meinem Tier)
Caribena versicolor
Caribena versicolor lebt überwiegend arboreal, also baumbewohnend, und verbringt bei mir fast die gesamte Zeit im aufgebauten Gespinst.
Dadurch sieht man das Tier vergleichsweise selten wirklich offen im Terrarium sitzen.
Gerade Jungtiere verbringen häufig sehr viel Zeit gut geschützt innerhalb ihrer Gespinströhren.
Einschätzung: meistens versteckt
Tliltocatl vagans
Tliltocatl vagans zeigt sich bei mir fast ausschließlich nachts.
Tagsüber sitzt das Tier nahezu immer versteckt und verlässt sein Versteck nur selten.
Wer tagsüber gerne aktiv beobachtet, wird von dieser Art möglicherweise enttäuscht sein.
Einschätzung: tagsüber kaum sichtbar
Lasiocyano sazimai
Lasiocyano sazimai gehört bei mir ganz klar zu den verstecktesten Arten.
Das Tier zeigt sich nur äußerst selten und verbringt nahezu die gesamte Zeit in seinem Rückzugsbereich.
Für Halter, die ihr Tier regelmäßig beobachten möchten, ist diese Art zumindest nach meinen Erfahrungen eher ungeeignet.
Einschätzung: fast nie sichtbar
Pterinochilus murinus (OBT)
Pterinochilus murinus halte ich noch nicht sehr lange, erste Beobachtungen zeigen aber bereits ein eher zurückgezogenes Verhalten.
Allerdings sitzt die Spinne zumindest gelegentlich direkt im Eingang ihrer Höhle und lässt sich dadurch hin und wieder gut beobachten.
Langfristige Erfahrungen fehlen mir hier aktuell noch.
Einschätzung: eher versteckt, gelegentlich sichtbar
Dolichothele diamantinensis
Auch Dolichothele diamantinensis befindet sich bei mir noch relativ neu im Bestand.
Bisher zeigt sich das Tier eher selten und verbringt viel Zeit versteckt oder in geschützten Bereichen des Terrariums.
Eine endgültige Einschätzung möchte ich hier daher noch nicht geben, der erste Eindruck geht aber eher Richtung zurückhaltend.
Einschätzung: aktuell eher versteckt
Welche Vogelspinnen eignen sich besonders gut zur Beobachtung?
Nach meinen bisherigen Erfahrungen lassen sich die genannten Arten ungefähr so einordnen:
Sehr gut sichtbar:
- Acanthoscurria geniculata
Oft sichtbar, aber phasenweise zurückgezogen:
- Brachypelma auratum
- Brachypelma boehmei
- Brachypelma hamorii
Eher versteckt:
- Chromatopelma cyaneopubescens
- Pterinochilus murinus
- Dolichothele diamantinensis
Meist versteckt:
- Caribena versicolor
- Tliltocatl vagans
- Lasiocyano sazimai
Fazit
Nicht jede Vogelspinne sitzt ständig offen im Terrarium.
Wer sein Tier möglichst häufig beobachten möchte, sollte sich vor dem Kauf gut informieren und die artspezifischen Unterschiede kennen.
Nach meinen Erfahrungen gehört Acanthoscurria geniculata zu den sichtbarsten Arten, während andere Arten wie Lasiocyano sazimai oder Caribena versicolor oft deutlich versteckter leben.
Wer also nicht nur eine schöne Vogelspinne besitzen, sondern sie auch regelmäßig sehen möchte, sollte diesen Faktor bei der Auswahl unbedingt berücksichtigen.
Passende Themen
- Meine Vogelspinne frisst nicht – Was tun?
- Ist meine Vogelspinne tot? So erkennst du den Unterschied zwischen Häutung, Ruhephase und Todesfall
- Wasser und Feuchtigkeit bei Vogelspinnen – brauchen sie einen Wassernapf?
- Wie giftig sind Vogelspinnen?
- Geschlechtsbestimmung bei Vogelspinnen anhand der Exuvie – So funktioniert es richtig
Empfohlene Produkte
-
Blaptica dubia (Argentinische Waldschabe)
1,00€ – 3,00€ -
Nocticola vagus (ehemals Nocticola sp. „Malaysia“)
5,00€ -
Paraplecta minutissima – Keniaschabe
6,00€ – 10,00€ -
Shelfordella lateralis (Schokoschabe)
0,50€ – 2,00€ -
Porcellio laevis „Panda“
1,00€ – 20,00€





