Geschlechtsbestimmung bei Vogelspinnen anhand der Exuvie – So funktioniert es richtig

Wer Vogelspinnen hält, stellt sich früher oder später fast zwangsläufig die Frage: Ist meine Vogelspinne ein Männchen oder ein Weibchen?

Gerade bei Jungtieren ist die Geschlechtsbestimmung oft schwierig. Eine der zuverlässigsten Methoden ist deshalb die sogenannte Exuvienbestimmung – also die Untersuchung der abgestreiften Haut nach einer Häutung.

In diesem Beitrag erfährst du, wie die Geschlechtsbestimmung anhand der Exuvie funktioniert, worauf du achten musst und welche Fehler häufig gemacht werden.

Was ist eine Exuvie?

Als Exuvie bezeichnet man die alte Haut, die eine Vogelspinne nach der Häutung zurücklässt.

Da Vogelspinnen ein starres Außenskelett besitzen, müssen sie sich regelmäßig häuten, um wachsen zu können.

Diese abgestreifte Haut lässt sich anschließend untersuchen und ermöglicht bei vielen Arten eine relativ sichere Geschlechtsbestimmung.

Warum die Exuvienbestimmung?

Es gibt verschiedene Methoden, das Geschlecht einer Vogelspinne zu bestimmen.

Zum Beispiel:

  • Untersuchung der Exuvie
  • Betrachtung der Bauchseite (Ventralbestimmung)
  • Geschlechtsmerkmale bei adulten Tieren

Die Exuvienbestimmung gilt dabei als deutlich zuverlässiger als eine reine Betrachtung von außen.

Besonders bei Jungtieren ist sie oft die beste Möglichkeit, frühzeitig Klarheit zu bekommen.

Was wird eigentlich untersucht?

Entscheidend ist der Bereich zwischen den beiden oberen Buchlungen auf der Innenseite des Abdomens.

Dort befindet sich bei Weibchen die sogenannte Spermathek beziehungsweise deren Vorstufe.

Bei Männchen fehlt diese Struktur.

Genau dieser kleine Bereich entscheidet über das spätere Ergebnis.

Vorbereitung der Exuvie

Frisch nach der Häutung ist die Exuvie meist stark zusammengerollt.

Damit sie sich besser untersuchen lässt, empfiehlt es sich, sie zunächst einzuweichen.

Am besten funktioniert:

  • lauwarmes Wasser
  • einige Minuten einweichen lassen
  • anschließend vorsichtig auseinanderfalten

Wichtig dabei:

Die Haut ist oft sehr empfindlich und reißt schnell.

Gerade der relevante Bereich am Abdomen sollte möglichst vorsichtig behandelt werden.

So erkennt man ein Weibchen

Bei weiblichen Vogelspinnen befindet sich zwischen den oberen Buchlungen eine kleine Struktur, aus der sich später die Spermathek entwickelt.

Je nach Art und Alter kann diese unterschiedlich aussehen.

Typisch sind:

  • kleine Hautfalte
  • deutlich sichtbare Tasche oder Verdickung
  • bei älteren Tieren oft klar erkennbare Struktur

Mit zunehmendem Alter wird die Bestimmung meist einfacher.

So erkennt man ein Männchen

Bei männlichen Vogelspinnen fehlt diese Struktur.

Der Bereich zwischen den Buchlungen wirkt meist:

  • glatt
  • flach
  • ohne erkennbare Hautfalte oder Tasche

Gerade bei sehr kleinen Jungtieren kann die Unterscheidung trotzdem schwierig sein.

Häufige Fehler bei der Bestimmung

Gerade Anfänger interpretieren häufig Dinge falsch.

Typische Fehler sind:

  • Exuvie nicht ausreichend eingeweicht
  • Abdomen beim Öffnen beschädigt
  • falscher Bereich wird untersucht
  • kleine Hautfalten werden fälschlich als Spermathek interpretiert

Deshalb lohnt es sich oft, Vergleichsbilder mehrerer Arten anzuschauen.

Reicht ein Foto zur Bestimmung?

Grundsätzlich ja – wenn das Foto scharf genug ist und der relevante Bereich gut sichtbar ist.

Problematisch sind häufig:

  • schlechte Beleuchtung
  • unscharfe Handybilder
  • beschädigte Exuvien
  • falscher Aufnahmewinkel

Gerade bei kleinen Arten ist eine Lupe oder ein Makroobjektiv oft sehr hilfreich.

Gibt es auch andere Methoden?

Viele Halter versuchen eine sogenannte Ventralbestimmung.

Dabei wird die Unterseite der lebenden Vogelspinne betrachtet.

Diese Methode kann Hinweise geben, ist aber deutlich unzuverlässiger und gerade bei Jungtieren oft fehleranfällig.

Bei adulten Männchen kommen später zusätzlich eindeutige Geschlechtsmerkmale hinzu, beispielsweise:

  • Bulben an den Pedipalpen
  • Tibiahaken bei vielen Arten

Fazit

Die Geschlechtsbestimmung anhand der Exuvie gehört zu den zuverlässigsten Methoden, um das Geschlecht einer Vogelspinne zu bestimmen.

Mit etwas Übung lassen sich Weibchen und Männchen oft schon früh unterscheiden.

Wichtig sind dabei vor allem Geduld, eine vorsichtige Vorbereitung der Exuvie und der Blick auf die richtige anatomische Stelle.

Gerade bei Jungtieren lohnt sich die Methode deutlich mehr als reine Vermutungen anhand äußerer Merkmale.

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