Wissenschaftlicher Name vs. Trivialname – Warum der lateinische Name wichtig ist

Wer sich mit Terraristik beschäftigt, begegnet schnell zwei verschiedenen Arten von Bezeichnungen: dem wissenschaftlichen Namen und dem Trivialnamen. Während Trivialnamen oft einfacher zu merken sind, sorgen wissenschaftliche Namen weltweit für eine eindeutige Zuordnung.

Doch worin liegt eigentlich der Unterschied?

Was ist ein wissenschaftlicher Name?

Der wissenschaftliche Name (auch lateinischer Name oder binomischer Name) besteht immer aus zwei Teilen:

  • Gattung
  • Art

Ein Beispiel ist Grammostola pulchra.

Der erste Teil (Grammostola) bezeichnet die Gattung, der zweite Teil (pulchra) die Art.

Dieses System wurde im 18. Jahrhundert vom schwedischen Naturforscher Carl von Linné entwickelt und wird bis heute weltweit verwendet. Dadurch sprechen Wissenschaftler, Züchter und Halter unabhängig von ihrer Sprache immer über dieselbe Art.

Was ist ein Trivialname?

Trivialnamen sind die umgangssprachlichen Bezeichnungen einer Art.

Beispiele sind:

  • Brasilianische Schwarze Vogelspinne
  • Mexikanische Rotknie-Vogelspinne
  • Riesentausendfüßer
  • Totenkopfgecko

Sie sind oft leichter zu merken, können jedoch regional unterschiedlich sein oder sich im Laufe der Zeit verändern.

Warum können Trivialnamen problematisch sein?

Der größte Nachteil von Trivialnamen ist ihre fehlende Eindeutigkeit.

Ein Trivialname kann sich auf mehrere verschiedene Arten beziehen. Umgekehrt kann eine einzelne Art mehrere unterschiedliche Trivialnamen besitzen.

Hinzu kommt, dass neue Trivialnamen regelmäßig entstehen – beispielsweise durch Händler, Importeure oder die Terraristik-Community.

Dadurch kann schnell Verwirrung entstehen.

Wissenschaftliche Namen sind eindeutig

Der wissenschaftliche Name bezeichnet immer genau eine Art.

Selbst wenn sich die deutsche oder englische Bezeichnung unterscheidet, bleibt der wissenschaftliche Name weltweit gleich.

Deshalb werden wissenschaftliche Namen in Fachliteratur, wissenschaftlichen Veröffentlichungen und auch von verantwortungsvollen Züchtern und Händlern bevorzugt.

Warum ändern sich wissenschaftliche Namen manchmal?

Gelegentlich werden Arten aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse einer anderen Gattung zugeordnet oder genauer untersucht.

Dadurch kann sich der wissenschaftliche Name ändern.

Ein bekanntes Beispiel sind mehrere Vogelspinnenarten der ehemaligen Gattung Brachypelma, die heute zur Gattung Tliltocatl gehören.

Solche Änderungen beruhen auf neuen taxonomischen Erkenntnissen und helfen dabei, die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse besser abzubilden.

Warum verwendet Jungle Exotica wissenschaftliche Namen?

Bei Jungle Exotica stehen die wissenschaftlichen Namen im Vordergrund.

Sie ermöglichen eine eindeutige Zuordnung jeder Art und vermeiden Missverständnisse, die durch unterschiedliche Trivialnamen entstehen können.

Soweit vorhanden, werden Trivialnamen zusätzlich angegeben. Gibt es mehrere Namen, unter denen die Art bekannt ist, stehen diese auf den Produktseiten bei den Synonymen. Entscheidend für die Bestimmung einer Art bleibt jedoch immer der wissenschaftliche Name.

Weitere Bezeichnungen in der Terraristik

Neben wissenschaftlichen Namen und Trivialnamen begegnen Haltern häufig weitere Zusätze.

sp.

Die Abkürzung sp. steht für Species (Art) und bedeutet, dass die genaue Art noch nicht bestimmt wurde oder unbekannt ist.

Beispiel:

  • Cubaris sp.

Hier ist bekannt, dass das Tier zur Gattung Cubaris gehört, die genaue Art jedoch nicht sicher bestimmt werden kann.

cf.

Die Abkürzung cf. stammt vom lateinischen confer („vergleiche“) und wird verwendet, wenn ein Tier einer bestimmten Art sehr ähnlich sieht, die Bestimmung aber nicht vollständig gesichert ist.

Beispiel:

  • Cyriopagopus cf. lividus

Das Tier ähnelt Cyriopagopus lividus, es besteht jedoch Unsicherheit, ob es sich tatsächlich um diese Art handelt.

Morphe

Eine Morphe beschreibt eine Farb- oder Zeichnungsvariante innerhalb derselben Art.

Die Tiere gehören weiterhin zur gleichen Art und können sich untereinander fortpflanzen. Lediglich ihr Aussehen unterscheidet sich.

Bekannte Beispiele finden sich vor allem bei Kornnattern, Königspythons oder Leopardgeckos.

Lokalform (Locality)

Vor allem bei Pfeilgiftfröschen, Vogelspinnen und anderen Wirbellosen findet man häufig Herkunftsangaben hinter dem wissenschaftlichen Namen.

Beispiel:

  • Ranitomeya imitator „Tarapoto“
  • Dendrobates auratus „Pena Blanca“

Solche Angaben beschreiben die Herkunft einer Population und können Hinweise auf Färbung oder andere natürliche Unterschiede geben. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine eigene Art.

Fazit

Trivialnamen sind praktisch und oft leichter zu merken. Für eine eindeutige Bestimmung reichen sie jedoch häufig nicht aus.

Der wissenschaftliche Name sorgt weltweit für Klarheit und ist deshalb die wichtigste Bezeichnung in der Terraristik. Wer Arten sicher bestimmen oder vergleichen möchte, sollte sich daher möglichst früh an die wissenschaftlichen Namen gewöhnen.

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