Viele Pfeilgiftfrösche sind nicht nur optisch spannend, sondern machen sich auch akustisch bemerkbar. Je nach Art können die Rufe sehr leise, angenehm, deutlich hörbar oder auch überraschend laut sein.
Wichtiger Hinweis:
Ich bewerte hier nur Arten, die ich selbst halte oder gehalten habe. Die Einschätzungen beruhen daher auf meinen eigenen Erfahrungen mit meinen Tieren und können je nach Individuum, Terrarium, Raumakustik und Anzahl der rufenden Männchen etwas abweichen.
Rufen Pfeilgiftfrösche nachts?
Pfeilgiftfrösche sind tagaktiv und rufen in der Regel nicht nachts. Das macht sie für viele Wohnräume angenehmer als nachtaktive Arten.
Allerdings beginnt der Tag für die Tiere nicht erst dann, wenn wir wach sind. Schon Dämmerung oder erstes Licht im Raum können ausreichen, damit die Frösche aktiv werden und anfangen zu rufen.
Bei mir beginnen manche Tiere je nach Jahreszeit und Lichtverhältnissen bereits zwischen etwa 6 und 7 Uhr morgens zu rufen, wenn es hell genug ist.
Wann rufen Pfeilgiftfrösche besonders viel?
Die Rufaktivität hängt von mehreren Faktoren ab. Besonders häufig rufen Männchen in aktiven Phasen, bei guten Haltungsbedingungen, während der Regenzeit oder wenn sie mit Weibchen oder anderen Männchen interagieren. Auch unmittelbar nach der Beregnung ist die Rufaktivität in der Regel höher.
Auch mehrere Männchen einer Art können sich gegenseitig zum Rufen anregen. Ein einzelnes Männchen wirkt daher oft deutlich leiser als eine größere Gruppe mit mehreren rufenden Tieren. Dabei müssen (und oftmals sollten) die Männchen gar nicht im selben Terrarium leben, es reicht schon, wenn sie im selben Raum leben.
Dendrobates leucomelas
Dendrobates leucomelas gehört nach meiner Erfahrung zu den deutlich hörbaren Pfeilgiftfröschen.
Der Ruf ist nicht extrem schrill, aber klar und kräftig. In einem ruhigen Raum ist er gut wahrnehmbar und kann je nach Anzahl der Männchen regelmäßig zu hören sein.
Für ein Schlafzimmer oder einen sehr ruhigen Arbeitsbereich würde ich diese Art daher nur bedingt empfehlen, wenn man empfindlich auf Tiergeräusche reagiert.
Einschätzung: laut
Epipedobates anthonyi
Epipedobates anthonyi kann ebenfalls ziemlich laut werden. Der Ruf ist nach meiner Erfahrung nicht nur deutlich hörbar, sondern auch etwas schriller als bei vielen anderen Arten.
Gerade bei mehreren rufenden Männchen kann das auf Dauer auffallen. Wer ein sehr leises Terrarium sucht, sollte diese Art daher nicht unterschätzen.
Einschätzung: laut und etwas schrill
Oophaga pumilio „Colon“
Oophaga pumilio „Colon“ gehört bei mir zu den auffälligsten Rufern. Der Ruf ist sehr präsent und kann je nach Raum und Situation sogar lauter wirken als der von Dendrobates leucomelas oder Epipedobates anthonyi.
Besonders in aktiven Phasen oder während der Fortpflanzungszeit sind die Rufe regelmäßig zu hören.
Einschätzung: sehr laut, möglicherweise die lauteste der hier genannten Arten
Ranitomeya fantastica
Ranitomeya fantastica ist nach meiner Erfahrung deutlich leiser als die zuvor genannten Arten.
Die Rufe sind eher unauffällig und kaum störend. In einem normalen Wohnraum gehen sie schnell unter und sind meist nur wahrnehmbar, wenn man gezielt darauf achtet oder sich direkt in der Nähe des Terrariums befindet.
Einschätzung: sehr leise bis kaum hörbar
Ranitomeya sirensis
Ranitomeya sirensis bewegt sich nach meiner bisherigen Erfahrung in einem sehr ähnlichen Bereich wie Ranitomeya fantastica. Die Tiere rufen zwar regelmäßig, der Ruf ist jedoch eher dezent und im Alltag kaum störend.
In normalen Wohnräumen nimmt man die Rufe häufig nur dann bewusst wahr, wenn es gerade ruhig ist oder man sich direkt in der Nähe des Terrariums befindet.
Wer Wert auf möglichst leise Pfeilgiftfrösche legt, findet hier meiner Einschätzung nach ebenfalls eine sehr angenehme Art.
Einschätzung: sehr leise bis kaum hörbar
Sind Pfeilgiftfrösche für Wohnräume geeignet?
Grundsätzlich können Pfeilgiftfrösche gut in Wohnräumen gehalten werden. Wer jedoch empfindlich auf Geräusche reagiert oder das Terrarium im Schlafzimmer aufstellen möchte, sollte die Lautstärke der jeweiligen Art unbedingt berücksichtigen.
Leise Arten wie Ranitomeya fantastica sind deutlich unauffälliger als lautere Arten wie Dendrobates leucomelas, Epipedobates anthonyi oder Oophaga pumilio.
Fazit
Die Lautstärke von Pfeilgiftfröschen unterscheidet sich je nach Art deutlich. Während Ranitomeya fantastica und Ranitomeya sirensis bei mir kaum hörbar ist, können Dendrobates leucomelas, Epipedobates anthonyi und besonders Oophaga pumilio „Colon“ gut hörbar bis laut sein.
Wer Pfeilgiftfrösche halten möchte, sollte daher nicht nur auf Aussehen, Terrariengröße und Haltungsbedingungen achten, sondern auch darauf, wie gut die jeweilige Art akustisch zum eigenen Wohnraum passt.


