Warum verstecken sich Asseln ständig?
Du hast Asseln in dein Terrarium eingesetzt, doch nach kurzer Zeit ist von ihnen nichts mehr zu sehen? Besonders nach dem Einsetzen einer neuen Gruppe entsteht schnell der Eindruck, die Tiere seien verschwunden oder sogar gestorben. In den meisten Fällen besteht jedoch kein Grund zur Sorge: Dass sich Asseln einen großen Teil des Tages verstecken, gehört zu ihrem natürlichen Verhalten.
Asseln meiden Licht
Viele Asselarten sind vor allem während der Dämmerung und nachts aktiv. Helles Licht wird dagegen gemieden. Wird die Beleuchtung eines Terrariums eingeschaltet oder ein Versteck angehoben, versuchen die Tiere deshalb häufig möglichst schnell, wieder einen dunklen Platz zu erreichen.
Auch in der Natur findet man Asseln überwiegend unter Laub, Totholz, Steinen oder in den oberen Bodenschichten. Dort sind sie vor Licht geschützt und finden gleichzeitig ein für sie geeignetes Mikroklima.
Dass du deine Asseln tagsüber kaum siehst, bedeutet daher nicht automatisch, dass mit der Kultur etwas nicht stimmt.
Feuchtigkeit spielt eine wichtige Rolle
Asseln gehören zu den Krebstieren und sind auf eine ausreichend hohe Feuchtigkeit angewiesen. Besonders wichtig ist dabei nicht nur die allgemeine Luftfeuchtigkeit, sondern das Mikroklima direkt an ihren Aufenthaltsorten.
Unter Rinde, Laub und Holz bleibt es länger feucht als auf einer offenen Substratoberfläche. Entsprechend halten sich Asseln bevorzugt dort auf.
Ist das Terrarium insgesamt eher trocken, kann dieses Verhalten noch deutlicher werden. Die Tiere konzentrieren sich dann häufig auf wenige ausreichend feuchte Rückzugsorte.
Eine Feuchtigkeitszone ist deshalb bei vielen Arten sinnvoll. Dabei bleibt ein Teil des Substrats dauerhaft feuchter, während andere Bereiche trockener sein dürfen. Die Asseln können so selbst den für sie passenden Bereich aufsuchen.
Verstecke schützen vor Fressfeinden
Das Verstecken dient nicht nur dazu, Licht und Austrocknung zu vermeiden. Asseln stehen in der Natur auf dem Speiseplan zahlreicher Tiere.
Ein Leben unter Laub und Totholz bietet entsprechend Schutz vor Fressfeinden. Dieses Verhalten legen die Tiere auch im Terrarium nicht einfach ab.
In einem bioaktiven Terrarium mit Fröschen, Geckos oder anderen möglichen Fressfeinden ist ein gutes Angebot an Rückzugsmöglichkeiten besonders wichtig. Ein Teil der Population sollte sich dauerhaft in Bereichen aufhalten können, die für die anderen Bewohner nur schwer erreichbar sind.
Warum sehe ich manche Asselarten häufiger als andere?
Wie häufig Asseln sichtbar sind, hängt stark von der jeweiligen Art ab. Manche Arten laufen regelmäßig offen über die Oberfläche, während andere einen wesentlich versteckteren Lebensstil führen.
Auch die Größe der Population spielt eine Rolle. Von einer frisch eingesetzten Gruppe aus 10 oder 20 Tieren wirst du möglicherweise tagelang keine einzige Assel sehen. Besteht die Population später aus mehreren hundert Tieren, begegnen dir zwangsläufig häufiger einzelne Tiere an der Oberfläche.
Deshalb kann zunehmende Sichtbarkeit auch schlicht ein Zeichen dafür sein, dass sich eine Kultur erfolgreich vermehrt hat.
Neue Asseln sind häufig besonders unsichtbar
Gerade nach dem Einsetzen verschwinden Asseln oftmals sehr schnell.
Die Tiere suchen sich geeignete Bereiche im Substrat und unter vorhandenen Einrichtungsgegenständen. Anschließend kann es durchaus eine Weile dauern, bis man sie wieder regelmäßig sieht.
Das ist besonders in größeren und dicht eingerichteten Terrarien völlig normal. Eine kleine Startpopulation verteilt sich dort auf eine vergleichsweise große Fläche.
Deshalb sollte man nicht ständig das Terrarium auseinandernehmen, um nach den Tieren zu suchen. Das verursacht zusätzlichen Stress und zerstört genau die geschützten Mikrohabitate, in denen sie sich wohlfühlen.
Kommen Asseln zum Futter heraus?
Zusatzfutter kann eine gute Möglichkeit sein, die Population zu beobachten. Besonders begehrtes Futter lockt häufig mehrere Tiere aus ihren Verstecken.
Allerdings ist auch das keine Garantie. Je nach Art, Tageszeit und Größe der Population kann das Futter zunächst vollkommen unberührt aussehen und einige Stunden später trotzdem verschwunden sein.
Wer seine Asseln beobachten möchte, hat deshalb häufig abends oder einige Zeit nach dem Ausschalten der Beleuchtung bessere Chancen.
Sind meine Asseln verschwunden oder tot?
Problematisch wird es erst, wenn über einen längeren Zeitraum überhaupt keine Tiere mehr zu finden sind und auch andere Hinweise auf eine aktive Population fehlen.
Ein vorsichtiger Blick unter ein Stück Kork oder Totholz kann dann sinnvoll sein. Auch Jungtiere im Substrat, Fraßspuren am Futter oder Kot können zeigen, dass die Population weiterhin vorhanden ist.
Findest du dagegen auch in den bevorzugten feuchten Bereichen keine Tiere mehr, sollte die Haltung überprüft werden. Mögliche Probleme sind beispielsweise:
- zu trockenes oder dauerhaft vollständig nasses Substrat
- fehlende Rückzugsmöglichkeiten
- ungeeignete Temperaturen
- Futtermangel oder ein ungeeignetes Substrat
- starke Konkurrenz oder Fressfeinde
- ein tatsächlicher Einbruch der Kultur
Das bloße Fehlen sichtbarer Asseln auf der Oberfläche ist dagegen noch kein Hinweis auf ein Problem.
Viele Verstecke sind etwas Positives
Wer Asseln hält, sollte deshalb nicht versuchen, sie durch eine möglichst offene Einrichtung sichtbarer zu machen. Eine ausreichend dicke Laubschicht, Totholz, Rindenstücke und unterschiedlich feuchte Bereiche schaffen genau die Bedingungen, unter denen sich die Tiere zurückziehen können.
Das klingt zunächst widersprüchlich: Je mehr Verstecke man seinen Asseln anbietet, desto weniger sieht man möglicherweise von ihnen.
Langfristig können gute Haltungsbedingungen jedoch zu einer größeren und stabileren Population führen – und damit steigt wiederum die Wahrscheinlichkeit, dass auch regelmäßig Tiere offen unterwegs sind.
Fazit
Wenn sich deine Asseln ständig verstecken, ist das zunächst vollkommen normales Verhalten. Dunkle und feuchte Bereiche bieten Schutz vor Austrocknung und Fressfeinden und entsprechen den natürlichen Aufenthaltsorten vieler Arten.
Besonders kleine oder frisch eingesetzte Populationen können deshalb scheinbar vollständig verschwinden. Solange die Haltungsbedingungen stimmen und sich bei einer gelegentlichen Kontrolle Tiere finden lassen, besteht normalerweise kein Grund zur Sorge.
Mit zunehmender Populationsgröße werden häufig auch mehr Asseln sichtbar. Und wer seine Tiere einmal außerhalb ihrer Verstecke beobachten möchte, sollte es am besten abends nach dem Ausschalten der Beleuchtung versuchen.
Passende Themen
- Assel-Vergleich – welche Art passt zu dir?
- Wie viele Asseln sollte man kaufen?
- Porcellionides pruinosus halten
- Porcellio laevis Haltung – die perfekte Einsteiger-Assel
- Weiße Asseln (Trichorhina tomentosa) – Haltung, Zucht & Pflege
Empfohlene Produkte
-
Armadillidium gestroi
20,00€ – 40,00€ -
Cubaris sp. „Panda King“
25,00€ – 50,00€ -
Cubaris sp. „Rubber Ducky“
6,00€ -
Porcellio laevis „Panda“
1,00€ – 20,00€ -
Porcellionides pruinosus „Orange“ (Orange Kubaassel)
5,00€ -
Weiße Asseln (Trichorhina tomentosa)
3,50€







