Können Asseln ertrinken?

Asseln lieben Feuchtigkeit. Viele Arten leben bevorzugt unter feuchtem Laub, morschem Holz oder in der Erde. Auch in bioaktiven Terrarien sind sie häufig dort zu finden, wo das Substrat besonders feucht ist.

Doch bedeutet das, dass Asseln auch unter Wasser überleben können? Können Asseln ertrinken?

Die kurze Antwort lautet: Ja, die meisten an Land lebenden Asseln können ertrinken. Obwohl sie auf Feuchtigkeit angewiesen sind, sind sie nicht an ein dauerhaftes Leben unter Wasser angepasst. Allerdings gibt es zwischen verschiedenen Asselarten deutliche Unterschiede.

Warum brauchen Asseln Feuchtigkeit?

Asseln gehören zu den Krebstieren und nicht zu den Insekten. Ihre Atmungsorgane befinden sich an der Unterseite des Hinterleibs und sind auf einen ausreichenden Feuchtigkeitsgehalt angewiesen.

Je nach Art besitzen Landasseln unterschiedlich stark entwickelte Atmungsstrukturen. Manche verfügen über sogenannte Pseudotracheen, die den Gasaustausch mit der Luft erleichtern. Andere sind stärker an feuchte Lebensräume gebunden.

Das erklärt, warum Asseln in der Natur häufig unter Steinen, Rinde, Laub und morschem Holz leben: Dort ist die Luftfeuchtigkeit höher und die Gefahr des Austrocknens geringer.

Feuchtigkeit ist für Asseln lebenswichtig. Das bedeutet aber nicht, dass sie dauerhaft untergetaucht leben können.

Können Landasseln unter Wasser atmen?

Landasseln stammen evolutionär von wasserlebenden Krebstieren ab. Trotzdem sind die meisten Arten, die wir in Terrarien oder Zuchtboxen halten, an das Leben an Land angepasst.

Ihre Atmungsorgane funktionieren unter Wasser nicht auf dieselbe Weise wie die Kiemen von Fischen oder vollständig wasserlebenden Krebstieren.

Wird eine Landassel vollständig untergetaucht, kann sie deshalb nicht unbegrenzt Sauerstoff aufnehmen. Wie lange sie unter Wasser überlebt, hängt unter anderem von der Art, der Temperatur, dem Sauerstoffgehalt des Wassers und der Dauer des Untertauchens ab.

Manche Asseln überstehen einen kurzen Aufenthalt im Wasser, andere geraten schneller in Schwierigkeiten. Eine allgemeingültige Zeitangabe, nach der eine Assel ertrinkt, gibt es deshalb nicht.

Können Asseln in einer Wasserschale ertrinken?

Ja. Besonders in Terrarien mit größeren oder tieferen Wasserschalen können Asseln ins Wasser gelangen und unter Umständen nicht mehr herauskommen.

Das Risiko hängt vor allem von der Gestaltung der Wasserschale ab. Glatte, steile Wände erschweren den Ausstieg erheblich.

Eine Assel, die ins Wasser gefallen ist, kann sich möglicherweise zunächst noch an der Oberfläche halten oder am Rand entlangbewegen. Findet sie keinen Ausstieg, besteht jedoch die Gefahr, dass sie schließlich untergeht und ertrinkt.

Wie kann man Wasserschalen für Asseln sicherer machen?

Wer Asseln als Bodenpolizei in einem Terrarium hält, kann das Risiko mit einfachen Maßnahmen reduzieren:

  • Flache Wasserschalen verwenden: Je geringer die Wassertiefe, desto leichter können hineingefallene Tiere wieder herauskommen.
  • Ausstiegsmöglichkeiten schaffen: Kleine Steine, Korkstücke oder andere geeignete Strukturen können als Kletterhilfe dienen.
  • Glatte, senkrechte Wände vermeiden: Raue oder flach ansteigende Ränder erleichtern den Ausstieg.
  • Wasserschalen regelmäßig kontrollieren: So lassen sich hineingefallene Tiere frühzeitig entdecken.

Gerade bei kleinen Jungasseln können selbst relativ flache Wasserschalen problematisch werden, wenn sie keine geeignete Ausstiegsmöglichkeit finden.

Können Asseln in zu nassem Substrat ertrinken?

Auch ein dauerhaft durchnässtes Substrat kann problematisch werden.

Dabei muss man allerdings unterscheiden zwischen einem feuchten Substrat und einem Substrat, das vollständig mit Wasser gesättigt ist.

In einem gut eingerichteten Asselbehälter bleiben zwischen den Substratbestandteilen kleine Lufträume erhalten. Diese ermöglichen den Gasaustausch und bieten den Tieren geeignete Rückzugsorte.

Ist das Substrat dagegen vollständig mit Wasser durchtränkt, können diese Lufträume verloren gehen. Besonders in Bereichen mit stehendem Wasser entstehen dann ungünstige Bedingungen.

Die Asseln können versuchen, in trockenere oder höher gelegene Bereiche auszuweichen. Ist das nicht möglich, kann es zu Verlusten kommen.

Zusätzlich begünstigt Staunässe unter Umständen Sauerstoffmangel im Substrat und unerwünschte Zersetzungsprozesse.

Deshalb sollte eine Asselbox feuchte Bereiche bieten, ohne dass das gesamte Substrat dauerhaft unter Wasser steht.

Können Asseln schwimmen?

Manche Landasseln können sich im Wasser durch Bewegungen ihrer Beine fortbewegen. Das ist jedoch nicht mit dem gezielten Schwimmen vollständig wasserlebender Asseln vergleichbar.

Andere Tiere treiben zunächst an der Oberfläche oder versuchen, sich an Gegenständen festzuhalten.

Ob eine Assel aus dem Wasser entkommen kann, hängt daher weniger davon ab, ob sie sich überhaupt bewegen kann, sondern vor allem davon, ob sie einen erreichbaren Ausstieg findet.

Dass eine Assel einige Zeit im Wasser überlebt, bedeutet nicht, dass sie dort dauerhaft gehalten werden kann.

Gibt es Asseln, die dauerhaft unter Wasser leben?

Ja! Tatsächlich gibt es zahlreiche vollständig wasserlebende Asselarten.

Ein bekanntes Beispiel ist die Wasserassel (Asellus aquaticus). Sie lebt in Süßgewässern und kann dort dauerhaft unter Wasser atmen.

Wasserasseln gehören wie die Landasseln zur Ordnung der Isopoda, sind aber an einen anderen Lebensraum angepasst.

Auch im Meer leben zahlreiche Asselarten. Dazu gehören beispielsweise die bekannten Riesenasseln der Gattung Bathynomus.

Die Aussage, dass Asseln ertrinken können, bezieht sich deshalb vor allem auf die terrestrischen Arten, die in der Terraristik als Bodenpolizei oder eigenständige Zuchttiere gehalten werden.

Was tun, wenn eine Assel ins Wasser gefallen ist?

Entdeckst du eine lebende Landassel in einer Wasserschale, solltest du ihr möglichst schnell aus dem Wasser helfen.

Dafür kannst du beispielsweise ein kleines Stück Kork, einen Löffel oder einen anderen geeigneten Gegenstand verwenden.

Setze die Assel anschließend auf eine feuchte, aber nicht überschwemmte Oberfläche mit ausreichend Luftkontakt.

Wenn sie sich noch bewegt, kann sie sich möglicherweise erholen. Ob das gelingt, hängt unter anderem davon ab, wie lange sie unter Wasser war und ob sie bereits Schäden durch Sauerstoffmangel erlitten hat.

Bei wiederholten Vorfällen solltest du die Wasserschale so verändern, dass die Tiere künftig selbstständig herausklettern können.

Wie feucht sollte eine Asselbox sein?

Das hängt stark von der gehaltenen Art ab.

Viele tropische Asselarten benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit und dauerhaft feuchte Rückzugsbereiche. Andere Arten kommen mit deutlich trockeneren Bedingungen zurecht, solange sie Zugang zu einem geeigneten feuchten Bereich haben.

Für zahlreiche in der Terraristik gehaltene Arten ist ein Feuchtigkeitsgefälle sinnvoll: Ein Teil des Substrats bleibt feuchter, während andere Bereiche etwas abtrocknen dürfen.

So können die Asseln ihren Aufenthaltsort entsprechend ihren Bedürfnissen wählen.

Eine dicke Laubschicht, morsches Holz und geeignete Verstecke helfen dabei, ein stabiles Mikroklima zu schaffen.

Wichtig ist jedoch, die Bedürfnisse der jeweiligen Art zu berücksichtigen. Nicht jede Assel benötigt dieselbe Substratfeuchtigkeit.

Fazit

Ja, Landasseln können ertrinken. Obwohl sie als Krebstiere auf Feuchtigkeit angewiesen sind, können die meisten in Terrarien gehaltenen Arten nicht dauerhaft unter Wasser leben.

Besonders tiefe Wasserschalen ohne Ausstiegsmöglichkeiten und vollständig durchnässtes Substrat können gefährlich werden.

Mit einer geeigneten Einrichtung lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. Feuchte Rückzugsbereiche, ein luftdurchlässiges Substrat und sichere Wasserschalen schaffen gute Voraussetzungen für die Haltung.

Und nicht vergessen: Es gibt auch vollständig wasserlebende Asseln. Ob eine Assel unter Wasser überleben kann, hängt deshalb entscheidend davon ab, an welchen Lebensraum ihre Art angepasst ist.

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