Welche Asseln eignen sich als Bodenpolizei im Terrarium?

Asseln gehören neben Springschwänzen zu den beliebtesten Bewohnern eines bioaktiven Terrariums. Sie verwerten abgestorbene Pflanzenteile, Futterreste und anderes organisches Material und können dadurch einen wichtigen Teil der Bodenpolizei bilden.

Allerdings eignet sich nicht jede Asselart gleich gut dafür. Einige Arten vermehren sich sehr schnell und leben überwiegend versteckt im Bodengrund, während andere höhere Ansprüche stellen oder sich aufgrund ihrer Größe und Lebensweise eher als eigenständige Pfleglinge eignen.

Von den Arten, die ich selbst halte, würde ich vor allem folgende unterscheiden:

Weiße Asseln – mein Standard für tropische Terrarien

Trichorhina tomentosa, die Weiße Assel, ist für mich der klassische Vertreter einer Bodenpolizei im tropischen Terrarium. Die Tiere bleiben klein, leben größtenteils versteckt im Bodengrund und kommen mit den warmen und feuchten Bedingungen vieler Regenwaldterrarien gut zurecht.

Gerade in Pfeilgiftfrosch-Terrarien verwende ich Weiße Asseln gerne zusammen mit Springschwänzen. Durch ihre geringe Größe fallen sie kaum auf und können sich bei geeigneten Bedingungen dauerhaft im Terrarium etablieren.

Porcellionides pruinosus – produktiv und deutlich größer

Porcellionides pruinosus gehört nach meiner Erfahrung zu den Asseln, die sich sehr schnell vermehren können. Im Shop habe ich die Farbform „Orange“.

Sie sind größer und wesentlich auffälliger als Weiße Asseln. Dadurch eignen sie sich vor allem für Terrarien, in denen eine größere und aktive Asselart kein Problem darstellt. Gleichzeitig können sie bei geeigneten Terrarienbewohnern auch gelegentlich als zusätzliches Futter enden.

Porcellio laevis „Panda“ – sehr vermehrungsfreudig

Auch Porcellio laevis „Panda“ vermehrt sich bei mir sehr gut. Die Tiere werden allerdings deutlich größer als Weiße Asseln und sind für mich deshalb nicht die universelle Bodenpolizei für jedes kleine Regenwaldterrarium.

In größeren Terrarien beziehungsweise bei passenden Bewohnern können sie trotzdem interessant sein. Wer lediglich eine möglichst unauffällige Bodenpolizei für ein Pfeilgiftfrosch-Terrarium sucht, ist mit Weißen Asseln meiner Meinung nach meist besser bedient.

Armadillidium gestroi – eher Pflegling als unsichtbare Bodenpolizei

Armadillidium gestroi ist eine größere und optisch auffällige Asselart. Die Tiere vermehren sich bei mir durchaus zügig, stehen für mich aber weniger für die klassische Rolle einer kleinen, unauffälligen Bodenpolizei.

Sie können natürlich organisches Material verwerten, ich würde sie aber eher gezielt als sichtbare Terrarienbewohner halten als sie nur als „Putztruppe“ einzusetzen.

Cubaris „Panda King“ und „Rubber Ducky“

Cubaris sp. „Panda King“ und besonders Cubaris sp. „Rubber Ducky“ würde ich ebenfalls nicht primär als Bodenpolizei einsetzen. Cubaris vermehren sich nach meiner Erfahrung wesentlich langsamer als beispielsweise Porcellio oder Porcellionides.

Gerade bei attraktiven und vergleichsweise wertvollen Arten wie „Rubber Ducky“ sehe ich wenig Grund, sie lediglich als funktionale Bodenpolizei in ein anderes Terrarium einzusetzen. Hier steht für mich die Haltung der Asseln selbst im Vordergrund.

Welche Assel würde ich als Bodenpolizei wählen?

Für ein klassisches tropisches Terrarium würde ich von meinen Arten in den meisten Fällen Weiße Asseln (Trichorhina tomentosa) wählen. Sie bleiben klein, leben versteckt und haben sich bei mir besonders in Verbindung mit Springschwänzen als Bodenpolizei bewährt.

Soll die Asselpopulation größer, sichtbarer und besonders produktiv sein, kann Porcellionides pruinosus eine interessante Alternative sein. Porcellio laevis kann ebenfalls sehr produktiv sein, wird aber deutlich größer.

Armadillidium gestroi sowie meine Cubaris-Arten würde ich dagegen eher als eigenständige Pfleglinge betrachten und nicht speziell für die Funktion als Bodenpolizei anschaffen.

Eine Bodenpolizei ersetzt übrigens nicht die normale Pflege des Terrariums. Futterreste, tote Tiere oder größere Mengen organischen Materials sollten weiterhin entfernt werden. Asseln und Springschwänze helfen dabei, das biologische System zu stabilisieren – sie machen ein Terrarium aber nicht wartungsfrei.

Fazit

Nicht jede Asselart, die organisches Material verwertet, ist automatisch die ideale Bodenpolizei. Für tropische Terrarien sind für mich Weiße Asseln (Trichorhina tomentosa) die klassische Wahl. Sie bleiben klein, leben überwiegend versteckt und lassen sich gut mit Springschwänzen kombinieren.

Wer eine größere und besonders vermehrungsfreudige Art sucht, kann auch Porcellionides pruinosus oder – je nach Terrarium und Besatz – Porcellio laevis einsetzen. Beide sind allerdings deutlich auffälliger als Weiße Asseln.

Armadillidium gestroi sowie Cubaris sp. „Panda King“ und „Rubber Ducky“ würde ich dagegen eher als eigenständige Pfleglinge halten. Sie erfüllen zwar ebenfalls Funktionen im Abbau organischer Materialien, ihre gezielte Anschaffung nur als Bodenpolizei halte ich aber für wenig sinnvoll.

Welche Art am besten geeignet ist, hängt damit vor allem von den Bedingungen im Terrarium und dessen Bewohnern ab. Für eine möglichst kleine und unauffällige Bodenpolizei im klassischen Regenwaldterrarium bleiben Weiße Asseln für mich die erste Wahl.

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