Können verschiedene Asselarten zusammen gehalten werden?

Wer mehrere Asselarten hält, kommt schnell auf die Idee, sie gemeinsam in einer Box oder einem Terrarium zu pflegen. Schließlich benötigen viele Arten auf den ersten Blick ähnliche Bedingungen. Grundsätzlich können verschiedene Asselarten auch eine Zeit lang nebeneinander leben. Für eine dauerhafte Zucht ist die gemeinsame Haltung jedoch meist nicht empfehlenswert.

Das größte Problem ist dabei normalerweise nicht, dass sich die Asseln gegenseitig angreifen, sondern die Konkurrenz zwischen den Arten.

Warum kann die gemeinsame Haltung problematisch sein?

Auch wenn zwei Asselarten ähnliche Ansprüche an Temperatur und Feuchtigkeit haben, nutzen sie dieselben Ressourcen. Dazu gehören beispielsweise Futter, Verstecke und geeignete Bereiche im Substrat.

Dabei vermehren sich verschiedene Arten unterschiedlich schnell. Eine robuste und produktive Art kann ihren Bestand innerhalb relativ kurzer Zeit stark vergrößern, während sich eine langsamere Art nur allmählich vermehrt.

Langfristig kann dadurch eine Art immer häufiger und die andere immer seltener werden. Im schlimmsten Fall verschwindet die unterlegene Art schließlich vollständig aus der gemeinsamen Haltung.

Schnell vermehrende Arten können andere verdrängen

Besonders problematisch ist die Kombination einer sehr produktiven mit einer langsam wachsenden oder sich langsam vermehrenden Asselart.

Arten wie Porcellionides pruinosus und Porcellio laevis können unter geeigneten Bedingungen beispielsweise sehr schnell große Populationen aufbauen. Werden sie mit einer deutlich langsamer vermehrenden Art zusammen gehalten, entsteht entsprechend starke Konkurrenz.

Das muss nicht bedeuten, dass die schnellere Art die andere direkt bekämpft. Schon die bessere Nutzung von Nahrung und Lebensraum kann langfristig ausreichen, um das Verhältnis immer weiter zu verschieben.

Können sich verschiedene Asselarten miteinander kreuzen?

Bei unterschiedlichen Asselarten muss man normalerweise nicht damit rechnen, dass daraus plötzlich Mischformen entstehen. Das wesentlich relevantere Problem bei einer gemeinsamen Haltung ist die Konkurrenz.

Anders sieht es aus, wenn lediglich verschiedene Farbformen oder Zuchtformen derselben Art zusammen gehalten werden. Hier kann eine gemeinsame Vermehrung möglich sein. Dadurch können gezielt herausgezüchtete Merkmale über die folgenden Generationen wieder verloren gehen.

Wer eine bestimmte Farbform erhalten möchte, sollte deshalb auch verschiedene Zuchtformen derselben Art getrennt halten.

Was ist mit Asseln als Bodenpolizei im Terrarium?

In einem bioaktiven Terrarium ist die Situation etwas anders. Dort werden Asseln häufig nicht mit dem Ziel gehalten, möglichst viele Tiere einer bestimmten Zuchtform zu produzieren. Stattdessen sollen sie organisches Material verwerten und Teil der Bodenpolizei sein.

Grundsätzlich können dort auch mehrere Asselarten vorkommen. Trotzdem bleibt die Konkurrenz bestehen. Es ist daher möglich, dass sich langfristig eine Art deutlich besser etabliert und eine andere immer seltener wird.

Wer eine bestimmte Asselart dauerhaft im Terrarium erhalten möchte, sollte sich deshalb nicht darauf verlassen, dass eine gemischte Population dauerhaft stabil bleibt.

Zwei Arten für unterschiedliche Aufgaben?

Manchmal werden mehrere Arten eingesetzt, weil sie unterschiedliche Bereiche eines Terrariums nutzen oder unterschiedliche Eigenschaften mitbringen sollen. Das kann funktionieren, garantiert aber nicht, dass beide Populationen langfristig erhalten bleiben.

Auch unterschiedliche Vorlieben bei Feuchtigkeit oder Verstecken verhindern Konkurrenz nicht vollständig. Die Tiere teilen sich weiterhin einen begrenzten Lebensraum.

Gerade bei wertvolleren oder langsam vermehrenden Arten würde ich deshalb nicht darauf setzen.

Separate Zuchtansätze bieten Sicherheit

Wenn mehrere Asselarten in einem Terrarium eingesetzt werden sollen, ist es sinnvoll, separate Zuchtansätze als Reserve weiterzuführen.

Selbst wenn eine Art im Terrarium nach einiger Zeit verschwindet, geht dadurch nicht die gesamte Zucht verloren. Außerdem lässt sich in einem eigenen Ansatz wesentlich besser beurteilen, wie gut sich eine Art tatsächlich entwickelt und vermehrt.

Für die gezielte Vermehrung verschiedener Asselarten sind getrennte Behälter deshalb die deutlich kontrollierbarere Lösung.

Fazit

Verschiedene Asselarten können grundsätzlich gemeinsam gehalten werden, für eine dauerhafte Zucht ist das aber meist nicht sinnvoll.

Das größte Problem ist die Konkurrenz zwischen den Arten. Besonders schnell vermehrende Asseln können langsamere Arten langfristig verdrängen, ohne dass dafür direkte Aggression notwendig ist.

Für stabile Zuchten sollten verschiedene Arten deshalb getrennt gehalten werden. In einem bioaktiven Terrarium kann eine gemeinsame Haltung funktionieren, allerdings sollte man damit rechnen, dass sich die Populationen unterschiedlich entwickeln und sich langfristig möglicherweise eine Art durchsetzt.

Passende Themen