Brauchen Asseln eine trockene Ecke?

Asseln werden häufig in feuchten Terrarien gehalten. Trotzdem bedeutet das nicht, dass die gesamte Haltung dauerhaft gleichmäßig nass sein sollte. Für viele Asselarten ist ein Feuchtigkeitsgradient sinnvoll: Ein Teil des Substrats bleibt deutlich feuchter, während ein anderer Bereich stärker abtrocknen kann.

Warum brauchen Asseln Feuchtigkeit?

Asseln sind Krebstiere und auf eine ausreichend hohe Feuchtigkeit angewiesen. Besonders wichtig sind feuchte Rückzugsorte im Substrat, unter Laub, Rinde oder morschem Holz. Ist die Haltung insgesamt zu trocken, können die Tiere austrocknen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das komplette Substrat ständig nass sein muss. Eine dauerhaft sehr nasse Haltung kann ebenfalls problematisch sein und bietet den Tieren keine Möglichkeit, selbst einen geeigneten Aufenthaltsort zu wählen.

Was ist ein Feuchtigkeitsgradient?

Bei einem Feuchtigkeitsgradienten wird die Box oder das Terrarium nicht überall gleich stark befeuchtet. Stattdessen gibt es beispielsweise eine feuchte Seite und eine trockenere Seite.

Die feuchte Zone kann regelmäßig gegossen oder besprüht werden. Sphagnum-Moos eignet sich gut, um dort länger Feuchtigkeit zu speichern. Die andere Seite wird dagegen deutlich weniger oder gar nicht direkt befeuchtet.

So können die Asseln je nach aktuellem Bedarf zwischen unterschiedlich feuchten Bereichen wechseln.

Muss die trockene Ecke wirklich komplett trocken sein?

Nein. Mit einer „trockenen Ecke“ ist nicht zwangsläufig staubtrockenes Substrat gemeint. Entscheidend ist vor allem, dass dieser Bereich trockener als die Feuchtzone ist.

Wie groß der Unterschied sein sollte, hängt auch von der gehaltenen Art ab. Manche Asseln kommen mit insgesamt feuchteren Bedingungen gut zurecht, während andere einen ausgeprägteren Feuchtigkeitsgradienten bevorzugen.

Eine allgemeingültige Vorgabe wie „die Hälfte der Box muss trocken sein“ ist deshalb wenig sinnvoll.

Auch Verstecke sollten unterschiedlich feucht sein

Der Gradient sollte sich nicht nur auf die sichtbare Oberfläche beschränken. Idealerweise finden die Asseln sowohl in der feuchteren als auch in der trockeneren Zone geeignete Verstecke.

Korkrinde, Laub und weißfaules Holz schaffen unterschiedliche Mikroklimata. Gerade unter solchen Materialien kann sich die Feuchtigkeit deutlich länger halten als auf der offenen Substratoberfläche.

Dadurch entstehen innerhalb einer vergleichsweise kleinen Box viele verschiedene Aufenthaltsmöglichkeiten.

Woran erkennt man, ob die Feuchtigkeit passt?

Das Verhalten der Tiere kann Hinweise geben. Sammeln sich nahezu alle Asseln dauerhaft ausschließlich im feuchtesten Bereich, kann der restliche Behälter zu trocken sein. Halten sie sich dagegen überwiegend in den trockeneren Bereichen auf, sollte man prüfen, ob die Feuchtzone möglicherweise zu nass ist.

Dabei sollte man einzelne Beobachtungen nicht überbewerten. Asseln sammeln sich beispielsweise auch an besonders attraktiven Futterstellen oder geeigneten Verstecken.

Wichtiger ist daher, wie sich die Tiere über längere Zeit im Behälter verteilen und ob die Kultur insgesamt gut läuft und sich vermehrt.

Gilt das auch für Asseln im bioaktiven Terrarium?

Auch in einem bioaktiven Terrarium entstehen unterschiedliche Mikroklimata. Bereiche unter Laub, Holz oder Pflanzen können deutlich feuchter sein als offene Flächen.

Man muss deshalb nicht unbedingt künstlich eine klar abgegrenzte „trockene Ecke“ anlegen. Wichtiger ist, dass das Terrarium den Asseln unterschiedlich feuchte Rückzugsmöglichkeiten bietet und nicht der komplette Bodengrund dauerhaft vollständig durchnässt ist.

Gerade in stark beregneten Terrarien lohnt es sich daher, auch trockenere und gut strukturierte Bereiche im Auge zu behalten.

Fazit

Asseln profitieren in der Regel von einem Feuchtigkeitsgradienten. Neben einer zuverlässig feuchten Zone sollte es auch Bereiche geben, die stärker abtrocknen können.

Eine trockene Ecke muss dabei nicht vollkommen trocken sein. Ziel ist vielmehr, unterschiedliche Mikroklimata anzubieten, sodass die Asseln selbst den für sie passenden Bereich wählen können.

Wie feucht oder trocken die einzelnen Zonen sein sollten, hängt von der jeweiligen Asselart ab. Deshalb sollte die Haltung immer an deren Ansprüche angepasst werden.

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