Vergesellschaftung von Jungferngeckos – Sinnvoll oder lieber nicht?

Jungferngeckos (Lepidodactylus lugubris) gehören zu den wenigen Geckoarten, die immer wieder erfolgreich mit anderen Tieren vergesellschaftet werden. Dennoch gilt: Nur weil eine Vergesellschaftung möglich ist, bedeutet das nicht automatisch, dass sie auch die beste Wahl ist.

Vergesellschaftung mit Pfeilgiftfröschen

Die Kombination aus Jungferngeckos und kleinen Pfeilgiftfröschen wird von erfahrenen Haltern seit vielen Jahren praktiziert. Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Lebensweise:

  • Jungferngeckos sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und halten sich meist in den oberen Bereichen des Terrariums auf.
  • Pfeilgiftfrösche sind tagsüber aktiv und nutzen hauptsächlich den Boden sowie die unteren Ebenen des Terrariums.

Dadurch kommen sich beide Arten im Alltag vergleichsweise wenig in die Quere.

Trotzdem sollte eine Vergesellschaftung nur in ausreichend großen, gut strukturierten Terrarien erfolgen. Beide Arten benötigen zahlreiche Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten, damit sie sich bei Bedarf aus dem Weg gehen können. Außerdem sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob alle Tiere ausreichend Futter aufnehmen und keine Anzeichen von Stress zeigen. Eine Vergesellschaftung kann funktionieren, aber sie birgt immer ein gewisses Risiko für Konkurrenz und Stress.

Welche Pfeilgiftfrösche eignen sich?

Grundsätzlich harmonieren eher kleinere Pfeilgiftfroscharten mit ähnlichen Klimaanforderungen. Größere oder sehr dominante Arten können dagegen problematisch werden. Wichtig ist vor allem, dass weder Frösche noch Geckos den jeweils anderen als Beute betrachten können.

Vergesellschaftung mit anderen Geckos

Von einer Vergesellschaftung verschiedener Geckoarten ist in den allermeisten Fällen abzuraten. Unterschiedliche Arten konkurrieren häufig um dieselben Schlafplätze und Futterquellen. Zudem können sich Jungferngeckos aufgrund ihrer schnellen Vermehrung stark ausbreiten, wodurch andere Arten zusätzlich unter Druck geraten können. Erfahrungsberichte zeigen außerdem, dass selbst ähnlich kleine Geckoarten nicht immer dauerhaft harmonieren.

Andere Terrarienbewohner

Mit Wirbellosen wie Asseln oder Springschwänzen gibt es in der Regel keine Probleme. Diese übernehmen wichtige Aufgaben im Bioaktiv-Terrarium und werden von Jungferngeckos meist ignoriert oder nur gelegentlich als Beute genutzt.

Von einer Vergesellschaftung mit größeren Echsen, Schlangen oder anderen Amphibien ist dagegen meist abzuraten. Unterschiedliche Ansprüche an Klima, Futter oder Revierverhalten führen häufig zu Stress oder sogar Verletzungen.

Meine Erfahrungen

In einem meiner Terrarien leben Jungferngeckos gemeinsam mit Pfeilgiftfröschen. Durch ihre unterschiedlichen Aktivitätszeiten und bevorzugten Aufenthaltsbereiche funktioniert diese Kombination bislang problemlos. Trotzdem beobachte ich meine Tiere regelmäßig, denn jede Vergesellschaftung sollte individuell bewertet werden. Zeigt eines der Tiere Anzeichen von Stress oder Konkurrenz, ist eine Trennung immer die bessere Lösung.

Einschränkungen gibt es hier vor allem bei der Futterauswahl, da man, um beiden Tierarten gerecht zu werden, bei den Futtertieren oft stark eingeschränkt ist.

Fazit

Eine Vergesellschaftung von Jungferngeckos mit Pfeilgiftfröschen kann in ausreichend großen und gut strukturierten Terrarien funktionieren. Sie sollte jedoch niemals aus rein optischen Gründen erfolgen, sondern immer mit Blick auf das Wohl der Tiere. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, hält jede Art in einem eigenen Terrarium – das bleibt die sicherste und tiergerechteste Lösung.

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