Welche Fruchtfliegenart ist besser? Drosophila melanogaster oder Drosophila hydei?

Fruchtfliegen gehören zu den wichtigsten Futtertieren für kleine Reptilien, Amphibien und Wirbellose. Besonders in der Haltung von Pfeilgiftfröschen sind sie für viele Halter ein fester Bestandteil der Ernährung.

In der Terraristik werden hauptsächlich zwei Arten als Futtertiere gezüchtet: Drosophila melanogaster und Drosophila hydei.

Beide lassen sich relativ einfach zu Hause vermehren und eignen sich hervorragend als Lebendfutter. Trotzdem gibt es einige deutliche Unterschiede.

Welche Fruchtfliegenart besser geeignet ist, hängt deshalb vor allem von den Tieren ab, die damit gefüttert werden sollen.

Drosophila melanogaster – die kleine Fruchtfliege

Drosophila melanogaster ist die kleinere der beiden häufig als Futtertier verwendeten Fruchtfliegenarten.

Durch ihre geringe Größe eignet sie sich besonders gut für sehr kleine Tiere.

Dazu gehören beispielsweise:

  • kleine Pfeilgiftfrösche
  • Jungfrösche
  • kleine Geckos
  • kleine Mantiden
  • andere kleine Insektenfresser

Ein großer Vorteil von Drosophila melanogaster ist außerdem ihre schnelle Entwicklung. Neue Zuchtansätze produzieren vergleichsweise schnell die nächste Generation Fruchtfliegen.

Dadurch lässt sich mit mehreren zeitversetzt angesetzten Kulturen relativ einfach eine kontinuierliche Versorgung mit Futtertieren aufbauen.

Drosophila hydei – die größere Fruchtfliege

Drosophila hydei wird deutlich größer als Drosophila melanogaster.

Sie eignet sich dadurch besonders gut für Tiere, für die D. melanogaster bereits relativ kleine Futtertiere darstellt.

Dazu gehören beispielsweise:

  • größere Pfeilgiftfrösche
  • größere Jungfrösche
  • kleine bis mittelgroße Geckos
  • Mantiden
  • andere entsprechend große Insektenfresser

Durch die größere Körpergröße stellt eine einzelne D. hydei außerdem eine größere Futterportion dar.

Der Nachteil ist die längere Entwicklungszeit. Ein frisch angesetzter D.-hydei-Ansatz benötigt normalerweise länger, bis größere Mengen neuer Fliegen zur Verfügung stehen.

Größenunterschied zwischen Drosophila melanogaster und Drosophila hydei

Der offensichtlichste Unterschied zwischen beiden Arten ist ihre Größe.

Drosophila melanogaster ist deutlich kleiner und eignet sich deshalb auch für sehr kleine Futtertiere beziehungsweise Jungtiere.

Drosophila hydei ist größer und dadurch für entsprechend größere Tiere interessant.

Welche Art besser geeignet ist, hängt deshalb wesentlich von der Größe des jeweiligen Pfleglings ab.

Das Futtertier sollte problemlos überwältigt und gefressen werden können.

Welche Fruchtfliegenart vermehrt sich schneller?

Hier hat Drosophila melanogaster einen deutlichen Vorteil.

Sie besitzt einen kürzeren Entwicklungszyklus und neue Ansätze produzieren entsprechend schneller Nachwuchs.

Drosophila hydei benötigt länger für ihre Entwicklung. Wer ausschließlich D. hydei verfüttert, sollte deshalb rechtzeitig neue Ansätze vorbereiten und ausreichend Kulturen parallel betreiben.

Bei beiden Arten hängt die tatsächliche Entwicklungsdauer stark von der Temperatur und den übrigen Kulturbedingungen ab.

Welche Fruchtfliege eignet sich für Pfeilgiftfrösche?

Für Pfeilgiftfrösche können grundsätzlich beide Fruchtfliegenarten sehr gut geeignet sein.

Welche davon ich verwende, hängt vor allem von der Größe der Frösche ab.

Für kleinere Arten wie Ranitomeya und insbesondere frisch an Land gegangene Jungfrösche ist Drosophila melanogaster durch ihre geringe Größe häufig besser geeignet.

Größere Pfeilgiftfrösche können problemlos Drosophila hydei fressen und erhalten dadurch ein entsprechend größeres Futtertier.

Auch eine Kombination beider Arten ist möglich und sorgt gleichzeitig für etwas mehr Abwechslung bei der Fütterung.

Welche Fruchtfliegen eignen sich für Jungtiere?

Bei sehr kleinen Jungtieren würde ich grundsätzlich zunächst Drosophila melanogaster bevorzugen.

Gerade frisch metamorphosierte Pfeilgiftfrösche benötigen sehr kleine Futtertiere. Neben Springschwänzen können kleine Fruchtfliegen hier eine wichtige Rolle spielen.

Mit zunehmender Größe der Tiere kann später auch Drosophila hydei angeboten werden.

Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, hängt von der jeweiligen Tierart und der individuellen Größe des Jungtiers ab.

Flugunfähige Fruchtfliegen für die Terraristik

Für die Futtertierzucht werden normalerweise flugunfähige beziehungsweise flugunfähige Zuchtformen verwendet.

Das erleichtert sowohl die Haltung der Kulturen als auch die Verfütterung erheblich.

Trotzdem können Fruchtfliegen sehr schnell im Terrarium unterwegs sein und beispielsweise an Scheiben und Einrichtung hochlaufen.

Beim Öffnen und Verfüttern sollte deshalb trotzdem darauf geachtet werden, dass möglichst wenige Tiere entkommen.

Kann man beide Fruchtfliegenarten gleichzeitig züchten?

Wer regelmäßig viele kleine Tiere versorgen muss, kann problemlos beide Arten parallel züchten.

Das hat sogar einige Vorteile.

Drosophila melanogaster liefert schnell kleine Futtertiere, während Drosophila hydei größere Futtertiere zur Verfügung stellt.

Dadurch kann abhängig von Tierart und Entwicklungsstadium die jeweils passende Größe verfüttert werden.

Gleichzeitig sorgt die parallele Zucht mehrerer Ansätze für zusätzliche Sicherheit. Bricht eine Kultur zusammen oder produziert vorübergehend weniger Fliegen, stehen weitere Futterquellen zur Verfügung.

Fruchtfliegen regelmäßig neu ansetzen

Unabhängig von der verwendeten Art sollten Fruchtfliegen nicht erst dann neu angesetzt werden, wenn der bestehende Ansatz nahezu zusammengebrochen ist.

Ich setze regelmäßig neue Kulturen an, sodass sich immer Ansätze in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden.

Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf aus neuen und bereits produktiven Kulturen.

Gerade bei Drosophila hydei ist eine entsprechende Vorausplanung aufgrund der längeren Entwicklungszeit besonders wichtig.

Drosophila melanogaster oder Drosophila hydei – welche ist besser?

Keine der beiden Arten ist grundsätzlich besser.

Drosophila melanogaster eignet sich besonders, wenn:

  • sehr kleine Futtertiere benötigt werden
  • Jungtiere versorgt werden sollen
  • eine schnelle Entwicklung der Kulturen wichtig ist

Drosophila hydei eignet sich besonders, wenn:

  • größere Futtertiere benötigt werden
  • größere Pfeilgiftfrösche oder andere Insektenfresser gefüttert werden
  • pro Futtertier eine größere Futterportion gewünscht ist

Wer viele unterschiedliche Tiere hält oder regelmäßig Nachwuchs aufzieht, kann auch beide Arten parallel kultivieren.

Fazit

Drosophila melanogaster und Drosophila hydei sind hervorragende Futtertiere für zahlreiche Terrarientiere.

Drosophila melanogaster ist kleiner und entwickelt sich schneller. Sie eignet sich dadurch besonders für kleine Tierarten und Jungtiere.

Drosophila hydei ist größer, benötigt aber länger für ihre Entwicklung. Dafür stellt jede einzelne Fliege ein entsprechend größeres Futtertier dar.

Welche Fruchtfliegenart die bessere Wahl ist, hängt deshalb hauptsächlich von der Größe und den Bedürfnissen der zu fütternden Tiere ab.

Wer regelmäßig unterschiedliche Tiergrößen versorgen muss, fährt häufig am besten damit, beide Arten parallel zu züchten.

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