Garnelen gehören zu den beliebtesten Wirbellosen in der Aquaristik und lassen sich oft gut mit anderen Aquarienbewohnern vergesellschaften. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten, damit die Tiere langfristig gesund bleiben und sich erfolgreich vermehren können.
Garnelen mit Garnelen vergesellschaften
Grundsätzlich können viele Garnelenarten gemeinsam gehalten werden. Dabei sollte jedoch auf die jeweiligen Ansprüche an Wasserwerte, Temperatur und mögliche Kreuzungen geachtet werden.
Neocaridina mit Neocaridina
Verschiedene Farbformen von Neocaridina davidi lassen sich problemlos gemeinsam halten. Langfristig führt dies jedoch meist dazu, dass die Farben verschwinden und wieder wildfarbene Tiere entstehen.
Wer dauerhaft intensive Farben erhalten möchte, sollte daher nur eine Farbform pro Aquarium pflegen.
Caridina mit Caridina
Viele Caridina-Arten können gemeinsam gehalten werden, sofern ihre Wasseransprüche ähnlich sind. Allerdings können sich einige Arten oder Zuchtformen miteinander kreuzen.
Wer reine Linien erhalten oder gezielt züchten möchte, sollte sich vor einer Vergesellschaftung über mögliche Kreuzungen informieren.
Neocaridina mit Caridina
Diese Kombination funktioniert häufig nur eingeschränkt.
Der Hauptgrund sind die unterschiedlichen Ansprüche an die Wasserwerte. Während viele Neocaridina auch in härterem Leitungswasser gut zurechtkommen, bevorzugen zahlreiche Caridina-Arten weiches, oft mit Osmosewasser aufbereitetes Wasser.
Zusätzlich zeigt die Praxis häufig, dass sich Neocaridina deutlich schneller vermehren. Langfristig setzen sie sich daher in vielen Gemeinschaftsbecken zahlenmäßig durch, während die Caridina-Population immer kleiner wird.
Eine gemeinsame Haltung kann funktionieren, ist aber meist nicht ideal, wenn beide Arten dauerhaft erfolgreich gepflegt oder vermehrt werden sollen.
Amanogarnelen als Mitbewohner
Amanogarnelen (Caridina multidentata) können häufig gut mit anderen Zwerggarnelen vergesellschaftet werden.
Da ihre Larven Brackwasser zur Entwicklung benötigen, vermehren sie sich im normalen Süßwasseraquarium nicht. Dadurch entsteht keine Konkurrenz durch große Nachwuchsmengen.
Aufgrund ihrer Größe können Amanogarnelen jedoch bei der Fütterung deutlich durchsetzungsfähiger sein als kleinere Zwerggarnelen.
Garnelen mit Fischen vergesellschaften
Die Vergesellschaftung von Garnelen mit Fischen ist grundsätzlich möglich, hängt aber stark von der Fischart ab.
Als Faustregel gilt:
Alles, was in das Maul eines Fisches passt, wird früher oder später zumindest als Nahrung getestet.
Besonders gefährdet sind Junggarnelen und frisch entlassene Garnelenbabys.
Kleine und friedliche Fischarten
Viele kleine Fischarten lassen erwachsene Garnelen weitgehend in Ruhe. Trotzdem werden Jungtiere häufig gefressen, sobald sie entdeckt werden.
Eine erfolgreiche Vermehrung ist daher oft nur möglich, wenn ausreichend Verstecke vorhanden sind.
Geeignet sind beispielsweise:
- dichte Pflanzenbestände
- Moose
- feinfiedrige Pflanzen
- Wurzeln und Laub
- Steinaufbauten mit Spalten
Je mehr Versteckmöglichkeiten vorhanden sind, desto größer ist die Chance, dass genügend Junggarnelen überleben.
Größere Fischarten
Mit zunehmender Fischgröße steigt das Risiko für Garnelen deutlich an.
Viele größere Fische betrachten Garnelen als natürliche Nahrung. Dies betrifft häufig nicht nur Jungtiere, sondern auch ausgewachsene Garnelen.
Vor einer Vergesellschaftung sollte daher immer geprüft werden, ob die jeweilige Fischart als garnelensicher gilt.
Garnelen mit Schnecken vergesellschaften
Die gemeinsame Haltung von Garnelen und Schnecken ist in der Regel problemlos möglich.
Beide Tiergruppen nutzen unterschiedliche Nahrungsquellen und profitieren häufig sogar voneinander. Schnecken helfen bei der Verwertung von Futterresten und abgestorbenem Pflanzenmaterial, während Garnelen zusätzlich Aufwuchs und Biofilme abweiden.
Beliebte Kombinationen sind beispielsweise:
- Posthornschnecken
- Turmdeckelschnecken
- Rennschnecken
- Geweihschnecken
Negative Wechselwirkungen treten nur selten auf.
Fazit
Garnelen lassen sich mit vielen Aquarienbewohnern erfolgreich vergesellschaften. Besonders unkompliziert ist die Haltung mit Schnecken und friedlichen Fischarten.
Bei der gemeinsamen Haltung verschiedener Garnelenarten sollten jedoch Wasserwerte, mögliche Kreuzungen und unterschiedliche Vermehrungsraten berücksichtigt werden. Wer gezielt bestimmte Farbformen oder Arten erhalten möchte, fährt meist besser mit Artbecken.
Bei der Vergesellschaftung mit Fischen sollte außerdem bedacht werden, dass Junggarnelen fast immer gefressen werden, wenn sie entdeckt werden. Dichte Bepflanzung, Moose und andere Versteckmöglichkeiten können die Überlebensrate deutlich erhöhen.
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