Springschwänze als Futtertiere – Für welche Tiere eignen sie sich?

Springschwänze sind in der Terraristik vor allem als Bodenpolizei bekannt. In bioaktiven Terrarien helfen sie dabei, organische Abfälle abzubauen und das biologische Gleichgewicht im Bodengrund zu unterstützen. Dabei wird häufig übersehen, dass die winzigen Tiere auch eine wichtige Rolle als Lebendfutter spielen können.

Besonders für kleine Pfeilgiftfrösche, frisch an Land gegangene Jungfrösche und andere sehr kleine Terrarientiere sind Springschwänze eine interessante Futterquelle. Aber auch größere Tiere nehmen sie gelegentlich auf.

Doch für welche Tiere eignen sich Springschwänze tatsächlich als Futter? Welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Arten und worauf sollte man bei der Fütterung achten?

Was sind Springschwänze?

Springschwänze (Collembola) sind kleine, überwiegend bodenbewohnende Sechsfüßer. Sie gehören nicht zu den Insekten im engeren Sinne, sind aber mit ihnen verwandt.

Viele Arten erreichen lediglich eine Körperlänge von ein bis zwei Millimetern, während andere deutlich größer werden können. Ihren Namen verdanken sie der sogenannten Sprunggabel, mit der zahlreiche Arten bei Gefahr wegspringen können. Allerdings besitzen nicht alle Springschwänze eine funktionsfähige Sprunggabel.

In der Natur leben Springschwänze unter anderem in Erde, Laubstreu, Moos und morschem Holz. Sie ernähren sich je nach Art beispielsweise von Pilzen, Mikroorganismen, Algen und abgestorbenem organischem Material.

Diese Lebensweise macht sie nicht nur für bioaktive Terrarien interessant. Durch ihre geringe Größe sind sie gleichzeitig eine natürliche Beute für viele kleine Terrarientiere.

Für welche Tiere eignen sich Springschwänze als Futter?

Pfeilgiftfrösche

Pfeilgiftfrösche gehören zu den bekanntesten Terrarientieren, die Springschwänze als Nahrung aufnehmen.

Besonders kleinere Arten, beispielsweise aus den Gattungen Ranitomeya und Oophaga, suchen regelmäßig zwischen Laub, Moos und Pflanzen nach winzigen Beutetieren. Springschwänze können hier einen wichtigen Bestandteil des Futterangebots darstellen.

Auch größere Pfeilgiftfrösche, etwa aus den Gattungen Dendrobates und Epipedobates, fressen Springschwänze. Aufgrund ihrer geringen Größe sind diese bei adulten Tieren allerdings eher als Ergänzung zu größeren Futtertieren wie Fruchtfliegen geeignet.

Besonders wertvoll werden Springschwänze bei der Aufzucht von Jungfröschen. Frisch an Land gegangene Tiere sind häufig noch zu klein, um größere Futtertiere problemlos zu bewältigen. Kleine Springschwänze können in dieser Phase den Einstieg in die selbstständige Nahrungsaufnahme erleichtern.

Allerdings hängt die Eignung immer von der Größe des jeweiligen Jungtiers und der angebotenen Springschwanzart ab.

Kleine Geckos

Auch verschiedene kleine Geckos können Springschwänze fressen.

Besonders bei sehr kleinen Arten und frisch geschlüpften Jungtieren kommen Springschwänze als ergänzendes Lebendfutter infrage. Ihre geringe Größe und die Bewegung auf dem Bodengrund können den natürlichen Jagdtrieb anregen.

Dabei sollte berücksichtigt werden, dass nicht jeder Gecko gleichermaßen am Boden jagt. Bei überwiegend baumbewohnenden Arten können Springschwänze im Substrat deutlich seltener erbeutet werden.

Für die meisten Geckos sind Springschwänze daher kein vollständiger Ersatz für andere geeignete Futterinsekten.

Kleine Wirbellose

Springschwänze können auch für bestimmte räuberische Wirbellose interessant sein.

Dazu gehören beispielsweise sehr kleine Spinnen oder frisch geschlüpfte Jungtiere geeigneter räuberischer Arten, sofern sie bewegliche Beute in dieser Größe annehmen.

Ob Springschwänze tatsächlich gefressen werden, hängt allerdings stark von der jeweiligen Tierart, ihrer Größe und ihrem Jagdverhalten ab.

Gerade bei Jungtieren ist deshalb wichtig, die Nahrungsaufnahme zu beobachten und nicht davon auszugehen, dass vorhandene Springschwänze automatisch als Futter genutzt werden.

Sind alle Springschwänze gleich gut als Futter geeignet?

Nein. Zwischen den verschiedenen Springschwanzarten gibt es erhebliche Unterschiede.

Neben der Körpergröße unterscheiden sie sich unter anderem in ihrer Beweglichkeit, Vermehrungsrate und bevorzugten Umgebung.

Kleine tropische Springschwänze, wie die häufig kultivierten weißen Springschwänze, eignen sich besonders für sehr kleine Terrarientiere. Größere Arten können dagegen für Tiere interessant sein, die bereits etwas größere Beute bewältigen.

Auch das Verhalten spielt eine Rolle. Manche Arten halten sich überwiegend im feuchten Substrat auf, während andere häufiger an der Oberfläche unterwegs sind.

Für die Auswahl als Futtertier sollte deshalb nicht allein entscheidend sein, wie gut sich eine Art vermehren lässt. Wichtig ist auch, ob die gepflegten Tiere die Springschwänze überhaupt erreichen und erbeuten können.

Wie verfüttert man Springschwänze?

Springschwänze lassen sich auf verschiedene Weise aus einer bestehenden Kultur entnehmen und verfüttern.

Bei Kulturen auf Holzkohle können die Tiere beispielsweise mit etwas Wasser abgespült und anschließend ins Terrarium gegeben werden. Bei anderen Kulturmethoden lassen sich Springschwänze teilweise über geeignete Futterstellen konzentrieren und anschließend entnehmen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, kleine Mengen besiedelten Kulturmaterials in das Terrarium einzubringen. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, keine unerwünschten Organismen oder ungeeigneten Substratmengen einzuschleppen.

Besonders bei der Aufzucht kleiner Jungfrösche kann es sinnvoll sein, regelmäßig kleinere Portionen anzubieten. So stehen den Tieren möglichst kontinuierlich erreichbare Futtertiere zur Verfügung.

Die Menge sollte sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. Auch bei sehr kleinen Futtertieren ist es nicht notwendig, ständig große Mengen in ein Aufzuchtbehältnis zu geben.

Können Springschwänze dauerhaft im Terrarium leben?

Unter geeigneten Bedingungen können sich Springschwänze im Terrarium ansiedeln und vermehren.

Vor allem feuchte Bereiche mit Laubstreu, Moos und organischem Material bieten vielen Arten passende Lebensbedingungen. In bioaktiven Terrarien übernehmen sie dort gleichzeitig Aufgaben beim Abbau abgestorbener Pflanzenreste und anderer organischer Stoffe.

Für die gehaltenen Tiere entsteht dadurch eine zusätzliche Nahrungsquelle. Pfeilgiftfrösche können beispielsweise immer wieder einzelne Springschwänze zwischen dem Laub oder auf dem Bodengrund erbeuten.

Allerdings bedeutet eine etablierte Springschwanzpopulation nicht, dass automatisch ausreichend Futter zur Verfügung steht.

Gerade bei einem hohen Besatz mit kleinen, aktiv jagenden Fröschen kann der Fraßdruck erheblich sein. Außerdem halten sich viele Springschwänze versteckt im Substrat und sind nicht jederzeit erreichbar.

Eine vorhandene Bodenpolizei ersetzt deshalb keine gezielte und bedarfsgerechte Fütterung.

Reichen Springschwänze als alleiniges Futter aus?

Für die dauerhafte Ernährung der meisten Terrarientiere sind Springschwänze allein nicht ausreichend.

Bei vielen Pfeilgiftfröschen bilden Fruchtfliegen und weitere geeignete kleine Futtertiere einen wichtigen Bestandteil der Ernährung. Springschwänze ergänzen dieses Angebot und können besonders für kleine Arten und Jungtiere eine bedeutende Rolle spielen.

Auch die Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen muss berücksichtigt werden. Eine abwechslungsreiche Fütterung und die artspezifisch geeignete Supplementierung bleiben wichtig.

Bei frisch an Land gegangenen Jungfröschen können Springschwänze vorübergehend einen besonders großen Anteil der Nahrung ausmachen. Sobald die Tiere größere Futtertiere bewältigen können, sollte das Futterangebot entsprechend erweitert werden.

Entscheidend ist nicht nur, ob ein Tier Springschwänze frisst, sondern auch, ob es damit ausreichend Nahrung aufnehmen kann und sich gesund entwickelt.

Springschwänze selbst züchten

Ein großer Vorteil von Springschwänzen als Futtertieren ist, dass sich viele Arten vergleichsweise unkompliziert vermehren lassen.

Je nach Art kommen unterschiedliche Kulturmethoden infrage. Häufig werden Springschwänze beispielsweise auf Holzkohle, geeigneten mineralischen Substraten oder anderen feuchten Kulturmedien gehalten.

Wichtig sind passende Feuchtigkeit, ausreichende Belüftung und eine geeignete Fütterung. Dabei unterscheiden sich die Ansprüche zwischen den Arten teilweise deutlich.

Eine eigene Kultur ermöglicht es, regelmäßig kleine Mengen lebender Springschwänze zu entnehmen, ohne jedes Mal neue Futtertiere kaufen zu müssen.

Gerade bei der regelmäßigen Aufzucht kleiner Pfeilgiftfrösche kann das ein erheblicher Vorteil sein.

Sinnvoll ist es außerdem, mehrere Kulturen parallel zu führen. Sollte eine Kultur einbrechen, steht so weiterhin eine Reserve zur Verfügung.

Fazit

Springschwänze sind weit mehr als nur nützliche Helfer im bioaktiven Terrarium. Für viele kleine Terrarientiere stellen sie eine wertvolle Ergänzung des Futterangebots dar.

Besonders kleine Pfeilgiftfrösche und frisch an Land gegangene Jungfrösche profitieren von ihrer geringen Größe. Aber auch kleine Geckos und bestimmte räuberische Wirbellose können Springschwänze als Nahrung nutzen.

Welche Springschwanzart geeignet ist, hängt dabei von der Größe und dem Jagdverhalten der jeweiligen Terrarientiere ab.

In bioaktiven Terrarien erfüllen Springschwänze sogar eine doppelte Funktion: Sie unterstützen den Abbau organischen Materials und können gleichzeitig als zusätzliche, natürlich verfügbare Futterquelle dienen.

Als alleinige Futtergrundlage sind sie für die meisten Tiere jedoch nicht geeignet. In Kombination mit anderen passenden Futtertieren und einer abwechslungsreichen Ernährung sind Springschwänze aber eine sinnvolle Bereicherung der Terrarienhaltung.

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