Sind Schaben laut?

Wer Schaben in der Wohnung halten oder als Futtertiere züchten möchte, stellt sich vielleicht die Frage: Machen Schaben Geräusche und hört man eine Schabenzucht?

Die kurze Antwort lautet: Die meisten von mir gehaltenen Schaben sind sehr leise. Eine Ausnahme bilden Fauchschaben, die tatsächlich hörbare Laute erzeugen können. Bei größeren Schabenzuchten können allerdings auch die Bewegungen der Tiere für Rascheln und andere Geräusche sorgen.

Wie deutlich man eine Schabenzucht hört, hängt deshalb stark von der Art, der Anzahl der Tiere und der Einrichtung der Zuchtbox ab.

Können Schaben Geräusche machen?

Bei den meisten von mir gehaltenen Schaben nehme ich keine aktive Lautäußerung wahr.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Schabenbox vollkommen geräuschlos sein muss. Wenn die Tiere über Laub laufen, zwischen Eierkartons herumklettern oder bei der Fütterung in Bewegung kommen, entstehen zwangsläufig Geräusche.

Man sollte deshalb zwischen zwei Dingen unterscheiden:

Geräusche, welche die Schaben selbst erzeugen, und Geräusche, die durch ihre Bewegung in der Umgebung entstehen.

Im Alltag ist vor allem die zweite Variante relevant.

Sind Fauchschaben laut?

Fauchschaben sind die große Ausnahme. Wie ihr Name bereits verrät, können sie ein deutlich hörbares Fauchen erzeugen.

Bei meinen Madagaskar-Fauchschaben (Gromphadorhina portentosa) höre ich dieses Fauchen beispielsweise, wenn die Tiere gestört beziehungsweise „geärgert“ werden. Gelegentlich kann ich es aber auch bei Auseinandersetzungen zwischen den Tieren hören.

Das Fauchen ist also kein dauerhaftes Hintergrundgeräusch. Eine Fauchschabenzucht sitzt nicht den ganzen Tag fauchend in ihrer Box.

Meistens sind auch meine Fauchschaben ruhig. Einzelne Faucher können jedoch durchaus deutlich hörbar sein.

Warum fauchen Fauchschaben?

Das Fauchen kann unter anderem der Abwehr dienen. Wird eine Fauchschabe gestört oder angefasst, kann sie mit einem Fauchen reagieren.

Bei männlichen Tieren können Laute außerdem im Zusammenhang mit Konkurrenz und Auseinandersetzungen auftreten.

Das Besondere daran: Fauchschaben erzeugen ihre Laute nicht wie beispielsweise Grillen durch das Aneinanderreiben bestimmter Körperteile. Sie können Luft durch ihre Atemöffnungen ausstoßen und dadurch das charakteristische Fauchen erzeugen.

Für die Haltung bedeutet das vor allem: Wer Fauchschaben hält, sollte damit rechnen, gelegentlich tatsächlich eine Schabe zu hören.

Rascheln Schaben in ihrer Box?

Ja. Und bei einigen meiner Arten ist das sogar wesentlich häufiger zu hören als eine eigentliche Lautäußerung.

Meine Fauchschaben und Pfefferschaben können beispielsweise ziemlich schnell durch ihre Box laufen. Wenn sie dabei durch Laub rasen oder gegen und zwischen Eierkartons laufen, hört man entsprechend ein Rascheln oder Klappern.

Das Geräusch stammt dann allerdings hauptsächlich von der Einrichtung.

Eine Schabe, die über eine Kunststoffoberfläche läuft, hört man kaum. Dieselbe Schabe, die mit hoher Geschwindigkeit durch trockenes Laub rennt und dabei einen Eierkarton bewegt, kann dagegen überraschend deutlich zu hören sein.

Hört man Schokoschaben?

Auch meine Schokoschaben (Shelfordella lateralis) geben keine auffälligen Laute von sich.

Bei einer großen Zucht sieht die Sache mit den Bewegungsgeräuschen allerdings etwas anders aus. Befinden sich hunderte Schaben gleichzeitig in einer Box, können deren Bewegungen durchaus hörbar werden.

Besonders bei der Fütterung kommt Bewegung in die Population. Dann höre ich auch bei meinen Schokoschaben gelegentlich deutliches Rascheln aus der Zuchtbox.

Einzelne Tiere oder kleine Gruppen sind dagegen kaum zu hören.

Sind Dubia-Schaben laut?

Bei Blaptica dubia mache ich ähnliche Erfahrungen.

Eine eigentliche Lautäußerung nehme ich bei meinen Tieren nicht wahr. In einer großen, dicht besetzten Zucht können allerdings auch Dubia-Schaben hörbare Bewegungsgeräusche verursachen.

Insbesondere bei der Fütterung wuseln zahlreiche Tiere gleichzeitig durch die Box und über die Einrichtung. Dann kann man die Population durchaus hören.

Auch hier gilt aber: Das ist etwas völlig anderes als beispielsweise das permanente Zirpen einer Heimchen- oder Grillenzucht.

Werden große Schabenzuchten lauter?

Die Größe der Population macht nach meiner Erfahrung einen deutlichen Unterschied.

Zehn oder zwanzig Tiere bewegen schlicht erheblich weniger Material als mehrere hundert Schaben. In einer etablierten Futtertierzucht können gleichzeitig sehr viele Tiere über Eierkartons, Substrat oder Laub laufen.

Entsprechend steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas davon hört.

Das bedeutet nicht, dass große Schabenzuchten permanent laut sind. Häufig fällt die Box erst dann akustisch auf, wenn besonders viel Aktivität herrscht – beispielsweise nach der Fütterung.

Macht die Einrichtung einen Unterschied?

Ja, denn viele der wahrgenommenen Geräusche entstehen erst durch die Einrichtung.

Trockenes Laub raschelt. Locker aufeinanderliegende Eierkartons können sich bewegen oder gegeneinanderschlagen. Auch andere leichte Einrichtungsgegenstände können von größeren Schaben verschoben werden.

Bei meinen Fauch- und Pfefferschaben fällt das besonders auf, wenn ein Tier plötzlich mit hoher Geschwindigkeit durch die Box läuft.

Wer eine möglichst leise Schabenhaltung möchte, kann deshalb auch darauf achten, dass Einrichtungsgegenstände stabil liegen und nicht bei jeder Bewegung gegeneinanderklappern.

Vollständig verhindern lassen sich Bewegungsgeräusche natürlich nicht – und das ist auch nicht notwendig.

Stören Schaben nachts beim Schlafen?

Das hängt stark von Art, Populationsgröße, Standort der Box und persönlicher Geräuschempfindlichkeit ab.

Eine kleine Zucht einer gewöhnlich ruhigen Art würde ich hinsichtlich der Lautstärke als ziemlich unproblematisch einschätzen.

Bei mehreren hundert Schaben kann dagegen gelegentliches Rascheln auftreten. Und bei Fauchschaben kommt zusätzlich das namensgebende Fauchen hinzu.

Wer sehr geräuschempfindlich schläft, würde größere Zuchtboxen deshalb vielleicht nicht unmittelbar neben das Bett stellen.

Mit dem Geräuschpegel einer großen Grillen- oder Heimchenzucht würde ich meine Schabenzuchten allerdings nicht vergleichen.

Sind Schaben lauter als Grillen?

Nach meinen Erfahrungen eindeutig nicht.

Grillen und Heimchen können durch ihre regelmäßigen Rufe einen deutlich wahrnehmbaren und teilweise dauerhaften Geräuschpegel erzeugen.

Meine Schaben sind dagegen die meiste Zeit akustisch vollkommen unauffällig. Was ich höre, sind hauptsächlich gelegentliches Rascheln und Klappern durch Bewegung sowie bei den Fauchschaben hin und wieder ein tatsächliches Fauchen.

Gerade für die eigene Futtertierzucht kann das ein angenehmer Vorteil gegenüber zirpenden Futterinsekten sein.

Sind Schaben also geräuschlos?

Ganz geräuschlos würde ich sie nicht nennen.

Bei meinen Schaben lassen sich die Geräusche im Wesentlichen in drei Gruppen einteilen:

  • Fauchen: vor allem bei Fauchschaben, beispielsweise bei Störung oder Auseinandersetzungen.
  • Rascheln und Klappern: größere Arten wie Fauch- und Pfefferschaben können beim Herumlaufen Laub und Eierkartons deutlich bewegen.
  • Geräusche großer Populationen: Bei mehreren hundert Shelfordella lateralis oder Blaptica dubia kann insbesondere während der Fütterung das gemeinsame Herumwuseln hörbar werden.

Im normalen Alltag empfinde ich meine Schabenzuchten dennoch als sehr leise.

Fazit

Nein, die meisten Schaben sind nach meiner Erfahrung keine lauten Terrarien- oder Futtertiere.

Bei den meisten von mir gehaltenen Arten nehme ich überhaupt keine eigentliche Lautäußerung wahr. Fauchschaben bilden eine auffällige Ausnahme und können beispielsweise bei Störung oder Revierkämpfen hörbar fauchen.

Trotzdem können auch andere Schaben Geräusche verursachen. Große Tiere können beim Laufen Laub zum Rascheln oder Eierkartons zum Klappern bringen. Und wenn in einer etablierten Futtertierzucht mehrere hundert Schaben gleichzeitig aktiv werden, ist auch deren Bewegung durchaus hörbar.

Im Vergleich zu zirpenden Grillen oder Heimchen bleiben Schaben aber ausgesprochen unauffällige Mitbewohner.

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