Nicht alle Garnelen vermehren sich auf die gleiche Weise. Wer sich fragt, wie sich Garnelen vermehren, warum manche Arten fertige Jungtiere entlassen und andere zunächst Larven hervorbringen, stößt schnell auf unterschiedliche Fortpflanzungstypen. Je nach Art unterscheiden sich Größe und Anzahl der Eier sowie die Entwicklung der Jungtiere deutlich.
Für die Aquaristik ist es hilfreich, die verschiedenen Fortpflanzungstypen zu kennen, da sie maßgeblich darüber entscheiden, ob sich eine Art im Aquarium leicht vermehren lässt oder besondere Bedingungen benötigt.
Spezialisierter Fortpflanzungstyp
Die meisten in der Aquaristik beliebten Zwerggarnelen gehören zum spezialisierten Fortpflanzungstyp.
Dazu zählen unter anderem:
Diese Garnelen tragen vergleichsweise wenige, dafür aber große Eier.
Die Embryonen entwickeln sich bereits vollständig im Ei. Nach dem Schlupf entstehen daher keine Larven, sondern fertig entwickelte Junggarnelen, die ihren Eltern bereits ähneln.
Die Jungtiere sind zwar deutlich kleiner als die erwachsenen Tiere, leben aber von Beginn an im gleichen Lebensraum und ernähren sich ähnlich.
Dieser Fortpflanzungstyp ist einer der Hauptgründe dafür, dass sich viele Zwerggarnelenarten relativ einfach im Aquarium vermehren lassen.
Merkmale
- wenige bis mittlere Eizahlen
- große Eier
- keine Larvenphase
- fertig entwickelte Junggarnelen schlüpfen
- Vermehrung häufig problemlos im Süßwasser möglich
Primitive Fortpflanzung
Bei Garnelen mit primitiver Fortpflanzung werden deutlich mehr Eier produziert.
Diese Eier sind kleiner und enthalten weniger Reservestoffe. Nach dem Schlupf entstehen zunächst Larvenstadien, die sich mehrfach häuten und weiterentwickeln müssen.
Die Larven unterscheiden sich dabei deutlich von den späteren Garnelen.
Viele Arten dieses Fortpflanzungstyps leben als Erwachsene im Süßwasser, ihre Larven benötigen jedoch Brackwasser oder Meerwasser zur erfolgreichen Entwicklung.
Dadurch ist die Nachzucht im Aquarium oft deutlich aufwendiger.
Merkmale
- sehr viele Eier
- kleine Eier
- mehrere Larvenstadien
- häufig Brack- oder Meerwasser erforderlich
- Nachzucht oft anspruchsvoll
Amanogarnelen als bekanntestes Beispiel
Ein bekanntes Beispiel für primitive Fortpflanzung sind Amanogarnelen (Caridina multidentata).
Die Weibchen tragen zahlreiche kleine Eier. Nach dem Schlupf treiben die Larven zunächst frei im Wasser.
Damit sie sich erfolgreich entwickeln können, benötigen sie Brackwasser. Erst nach mehreren Entwicklungsstadien verwandeln sie sich in kleine Garnelen und können wieder in Süßwasser überführt werden.
Deshalb vermehren sich Amanogarnelen in normalen Süßwasseraquarien zwar regelmäßig, der Nachwuchs überlebt dort jedoch nicht dauerhaft.
Übergangsformen
Nicht alle Garnelen lassen sich eindeutig einem der beiden Fortpflanzungstypen zuordnen.
Bei einigen Arten kommen Merkmale beider Strategien vor. Sie produzieren beispielsweise mittelgroße Eier und durchlaufen nur wenige Larvenstadien.
Solche Übergangsformen sind in der Aquaristik jedoch deutlich seltener als die klassischen Vertreter der spezialisierten oder primitiven Fortpflanzung.
Warum gibt es unterschiedliche Fortpflanzungstypen?
Die verschiedenen Fortpflanzungsstrategien sind das Ergebnis unterschiedlicher Anpassungen an den Lebensraum.
Arten mit spezialisierter Fortpflanzung investieren viel Energie in wenige Eier und erhöhen dadurch die Überlebenschancen jedes einzelnen Jungtiers.
Arten mit primitiver Fortpflanzung setzen dagegen auf sehr viele Nachkommen. Zwar überlebt nur ein Teil der Larven, die hohe Anzahl gleicht diese Verluste jedoch aus.
Beide Strategien haben sich im Laufe der Evolution erfolgreich etabliert.
Fazit
Bei Garnelen werden hauptsächlich zwei Fortpflanzungstypen unterschieden: die spezialisierte Fortpflanzung und die primitive Fortpflanzung.
Die meisten beliebten Zwerggarnelen aus der Aquaristik gehören zum spezialisierten Typ und entlassen fertig entwickelte Jungtiere. Dadurch lassen sie sich oft vergleichsweise einfach vermehren.
Arten mit primitiver Fortpflanzung produzieren dagegen zahlreiche Larven, die häufig Brack- oder Meerwasser zur Entwicklung benötigen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Amanogarnele.
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