Meine Vogelspinne frisst nicht – Was tun?

Viele Halter erschrecken, wenn ihre Vogelspinne plötzlich das Futter verweigert. Dabei ist Appetitlosigkeit bei Vogelspinnen in vielen Fällen völlig normal und kein Grund zur Sorge. Besonders vor und nach einer Häutung legen viele Arten längere Fresspausen ein.

Entscheidend ist deshalb, die Ursache richtig einzuordnen.

Warum frisst meine Vogelspinne nicht?

Dass eine Vogelspinne das Futter verweigert, kann viele verschiedene Gründe haben. Nicht immer steckt ein Problem dahinter.

Häufige Ursachen sind:

  • bevorstehende Häutung
  • frische Häutung
  • natürliche Fresspause
  • Stress durch Umsetzen oder Veränderungen im Terrarium
  • ungeeignete Temperatur oder Luftfeuchtigkeit
  • falsche Futtergröße
  • allgemeine Aktivitätsphasen der jeweiligen Art

Solange die Spinne äußerlich gesund wirkt, besteht meist kein akuter Handlungsbedarf.

Fresspause vor der Häutung

Der häufigste Grund für plötzliche Futterverweigerung ist eine bevorstehende Häutung.

Viele Vogelspinnen stellen die Nahrungsaufnahme Tage oder sogar Wochen vorher vollständig ein.

Zusätzliche Anzeichen können sein:

  • Rückzug in den Unterschlupf
  • verstärktes Verspinnen des Terrariums
  • dunkler werdender Hinterleib (bei Arten mit Brennhaaren oft gut sichtbar)
  • deutlich reduzierte Aktivität

Während dieser Phase sollte kein Futtertier im Terrarium bleiben, da es die Spinne während der Häutung stören oder verletzen könnte. Besonders Grillen und Heimchen können hier eine Gefahr für die Vogelspinnen sein.

Nach der Häutung nicht sofort füttern

Auch nach einer erfolgreichen Häutung fressen Vogelspinnen häufig nicht direkt wieder.

Der Grund:

Nach der Häutung muss zunächst das neue Exoskelett aushärten.

Besonders die Fangzähne sind direkt nach der Häutung noch weich und können noch nicht sicher zum Beutefang genutzt werden.

Je nach Größe der Spinne sollte man einige Zeit warten.

Als grobe Orientierung:

  • kleine Jungtiere: einige Tage
  • subadulte Tiere: etwa eine Woche
  • adulte Tiere: häufig 1–2 Wochen oder länger

Erst wenn die Spinne wieder normal aktiv wirkt, sollte erneut Futter angeboten werden.

Normale Fresspause ohne Häutung

Auch unabhängig von einer Häutung legen viele Vogelspinnen gelegentlich längere Fresspausen ein.

Das kann je nach Art, Alter und Jahreszeit völlig normal sein. Z.B. Brachypelma-Arten machen gerne auch mal längere Fresspausen.

Besonders adulte Tiere fressen oft deutlich unregelmäßiger als Jungtiere.

Solange die Spinne:

  • normal sitzt oder läuft
  • keine auffälligen Bewegungen zeigt
  • keinen stark eingefallenen Hinterleib entwickelt

… besteht meist kein Grund zur Sorge.

Wann sollte man eingreifen?

Nicht jede Fresspause ist harmlos.

Aufmerksam sollte man werden, wenn zusätzlich folgende Symptome auftreten:

  • stark schrumpfender Hinterleib
  • ungewöhnliche Körperhaltung
  • Koordinationsprobleme
  • dauerhaft lethargisches Verhalten außerhalb einer Häutungsphase
  • sichtbare Verletzungen oder Parasitenbefall

In solchen Fällen lohnt sich eine genaue Kontrolle der Haltungsbedingungen.

Was sollte man nicht tun?

Viele Halter machen den Fehler, bei einer Fresspause ständig neues Futter anzubieten oder das Tier unnötig zu stressen.

Vermeiden sollte man:

  • tägliche Fütterungsversuche
  • dauerhaft unbeaufsichtigte Futtertiere im Terrarium
  • häufiges Umsetzen oder Stören der Spinne
  • vorschnelle Panik bei wenigen Wochen ohne Futter

Vogelspinnen können – je nach Art und Alter – erstaunlich lange ohne Nahrung auskommen.

Fazit

Wenn eine Vogelspinne plötzlich nicht frisst, ist das in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge.

Besonders vor und nach einer Häutung gehören Fresspausen zum normalen Verhalten vieler Arten.

Wichtig ist vor allem, Ruhe zu bewahren und das Tier nicht unnötig zu stressen.

Nicht jede Futterverweigerung bedeutet automatisch ein Problem.

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