Warum vermehren sich meine Springschwänze nicht?
Springschwänze können sich unter geeigneten Bedingungen sehr gut vermehren. Trotzdem kommt es vor, dass ein neu angesetzter Bestand über Wochen kaum größer wird oder eine bestehende Kultur plötzlich keine erkennbare Entwicklung mehr zeigt.
Solange die vorhandenen Springschwänze nicht sterben, muss der Ansatz dabei nicht grundsätzlich schlecht laufen. Häufig lohnt es sich, Feuchtigkeit, Fütterung, Temperatur, Größe der Ausgangspopulation und die bisherige Entnahme genauer anzusehen.
Braucht eine Springschwanzkultur einfach mehr Zeit?
Gerade bei einem neu angesetzten Bestand sollte man nicht erwarten, innerhalb weniger Tage eine große Springschwanzpopulation zu erhalten.
Startet der Ansatz mit vergleichsweise wenigen Tieren, dauert es entsprechend länger, bis die Vermehrung auch deutlich sichtbar wird. Eine größere Ausgangspopulation kann einen neuen Ansatz wesentlich schneller in Gang bringen.
Ich würde einen neuen Ansatz deshalb nicht vorschnell aufgeben, solange Springschwänze vorhanden sind und die Bedingungen grundsätzlich stimmen.
Ist der Springschwanzansatz feucht genug?
Springschwänze benötigen eine dauerhaft feuchte Umgebung. Trocknet ein Ansatz immer wieder zu stark aus, kann sich das entsprechend negativ auf die Entwicklung der Population auswirken.
Das bedeutet nicht, dass der gesamte Behälter ständig unter Wasser stehen muss. Entscheidend ist vielmehr, dass ausreichend feuchte Bereiche vorhanden sind und das verwendete Substrat nicht vollständig austrocknet.
Besonders bei stärker belüfteten Behältern lohnt es sich, die Feuchtigkeit regelmäßig zu kontrollieren.
Füttere ich meine Springschwänze zu wenig?
Damit sich eine Springschwanzkultur gut entwickeln kann, muss der wachsenden Population ausreichend Nahrung zur Verfügung stehen.
Bei einem sehr kleinen Ansatz reicht entsprechend wenig Futter. Steigt die Anzahl der Tiere, wird dieses aber auch immer schneller verwertet. Verschwindet das angebotene Futter sehr schnell, kann die Futtermenge vorsichtig erhöht werden.
Ich orientiere mich deshalb an der jeweiligen Kultur und nicht an einer festen Futtermenge.
Kann zu viel Futter die Vermehrung beeinträchtigen?
Auch das Gegenteil kann zum Problem werden. Eine große Menge Futter sorgt nicht automatisch dafür, dass sich Springschwänze besonders schnell vermehren.
Bleibt in der feuchten Kultur dauerhaft viel Futter liegen, kann sich der Ansatz ungünstig entwickeln. Deshalb füttere ich lieber sparsam und lege bei Bedarf erneut etwas nach.
Ist bei der nächsten Kontrolle noch viel von der letzten Portion vorhanden, braucht der Ansatz normalerweise nicht direkt weiteres Futter.
Hat die Temperatur Einfluss auf die Vermehrung?
Auch die Temperatur beeinflusst die Aktivität und Entwicklung einer Springschwanzkultur. Sehr niedrige oder sehr hohe Temperaturen können entsprechend ungünstig sein.
Eine zusätzliche Wärmequelle verwende ich für meine Springschwänze nicht. Wichtiger ist für mich ein möglichst stabiler Standort ohne extreme Temperaturschwankungen oder direkte Sonneneinstrahlung.
Vor allem kleine Behälter können sich in direkter Sonne schnell deutlich stärker erwärmen als erwartet.
Entnehme ich zu viele Springschwänze?
Eine Kultur kann nur wachsen, wenn auch ausreichend Tiere zur weiteren Vermehrung im Ansatz verbleiben.
Gerade wenn Springschwänze regelmäßig verfüttert werden, kann eine eigentlich funktionierende Kultur deshalb dauerhaft klein bleiben: Die neu hinzukommenden Tiere werden immer wieder entnommen, bevor die Population deutlich wachsen kann.
Bei einem schwachen Ansatz würde ich die Entnahme deshalb zunächst reduzieren oder vollständig pausieren und beobachten, ob die Population anschließend zunimmt.
Wer regelmäßig größere Mengen benötigt, kann mehrere Zuchtansätze parallel betreiben.
Spielt das Substrat eine Rolle?
Springschwänze können auf verschiedenen Substraten gehalten und vermehrt werden. Verbreitet sind beispielsweise Erde und Holzkohle.
Ich bevorzuge für meine eigenen Kulturen Kohle. Der entscheidende Vorteil ist für mich dabei vor allem die einfache Entnahme der Springschwänze. Erde bietet zwar viel besiedelbare Oberfläche, die Tiere lassen sich daraus allerdings wesentlich schlechter gezielt entnehmen.
Welches Substrat verwendet wird, ist daher nur ein Teil der Springschwanzzucht. Feuchtigkeit, Fütterung und die Größe der Population bleiben ebenfalls wichtig.
Warum sehe ich nur wenige Springschwänze?
Nicht immer bedeutet eine scheinbar kleine Population automatisch, dass sich keine Tiere vermehren.
Je nach verwendetem Substrat können sich viele Springschwänze innerhalb des Ansatzes befinden, ohne ständig an der Oberfläche sichtbar zu sein. Das ist für mich ein weiterer Grund, weshalb ich Kohleansätze praktisch finde: Die Population lässt sich dort vergleichsweise gut beobachten und die Tiere können einfach entnommen werden.
Bevor ich von einer komplett stagnierenden Kultur ausgehe, würde ich deshalb auch prüfen, ob die Springschwänze möglicherweise lediglich schlecht sichtbar sind.
Wann sollte man einen neuen Ansatz starten?
Sind noch ausreichend Springschwänze vorhanden, würde ich eine langsam wachsende Kultur nicht automatisch ersetzen. Zunächst können Fütterung, Feuchtigkeit und Entnahme angepasst und die weitere Entwicklung beobachtet werden.
Bleibt eine Kultur dauerhaft sehr schwach, kann es trotzdem sinnvoll sein, zusätzlich einen neuen Ansatz zu starten.
Mehrere voneinander getrennte Kulturen haben außerdem den Vorteil, dass nicht die gesamte Springschwanzzucht von einem einzigen Behälter abhängig ist.
Was ist der Unterschied zu einem sterbenden Springschwanzansatz?
Eine langsame oder ausbleibende Vermehrung ist zunächst etwas anderes als ein tatsächlicher Zusammenbruch der Kultur.
Bleibt die Anzahl der Springschwänze ungefähr gleich, würde ich zunächst die Bedingungen für die Vermehrung überprüfen. Nimmt die Population dagegen deutlich ab oder verschwinden die Tiere vollständig, können andere Probleme vorliegen.
Die möglichen Ursachen dafür habe ich separat zusammengefasst:
Fazit
Wenn sich Springschwänze nicht oder nur sehr langsam vermehren, muss die Kultur nicht grundsätzlich gescheitert sein. Besonders bei neuen Ansätzen kann es zunächst dauern, bis eine deutlich größere Population entstanden ist.
Ich würde vor allem Feuchtigkeit, Futterangebot, Temperatur, Größe der Startpopulation und die bisherige Entnahme überprüfen. Werden regelmäßig viele Springschwänze verfüttert, kann außerdem schon eine vorübergehende Pause bei der Entnahme helfen, damit sich der Bestand stärker aufbauen kann.
Stimmen die grundlegenden Bedingungen und sind weiterhin gesunde Springschwänze vorhanden, gebe ich einem schwachen Ansatz deshalb zunächst Zeit, bevor ich ihn komplett neu starte.
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