Springschwänze auf Kohle oder Erde halten?

Springschwänze lassen sich auf unterschiedlichen Substraten vermehren. Besonders verbreitet sind Ansätze auf Erde beziehungsweise humosem Substrat und auf Holzkohle. Beide Varianten können funktionieren, unterscheiden sich aber deutlich darin, wie einfach die Springschwänze später entnommen werden können.

Ich bevorzuge deshalb für meine Zuchtansätze die Haltung auf Kohle. Der wichtigste Grund dafür ist nicht unbedingt die Vermehrung selbst, sondern die wesentlich einfachere Entnahme.

Springschwänze auf Erde halten

Eine Haltung auf Erde oder ähnlichen Substraten kommt der Umgebung im Terrarium recht nahe. Die Springschwänze können sich zwischen den einzelnen Substratbestandteilen verteilen und finden dort sehr viel nutzbare Oberfläche.

Genau das ist für mich allerdings gleichzeitig der größte Nachteil. Die Springschwänze sitzen nicht nur an der Oberfläche, sondern verteilen sich im gesamten Substrat. Möchte ich größere Mengen zum Verfüttern oder zum Animpfen eines Terrariums entnehmen, bekomme ich sie nur schwer sauber aus dem Ansatz.

Natürlich kann auch etwas Substrat zusammen mit den Springschwänzen entnommen werden. Für meine regelmäßige Nutzung als Futtertier ist das allerdings deutlich unpraktischer.

Springschwänze auf Kohle halten

Bei meinen Zuchtansätzen bevorzuge ich deshalb Holzkohle. Die Kohle wird feucht gehalten und bietet den Springschwänzen zahlreiche Spalten und Zwischenräume.

Der große Vorteil zeigt sich bei der Entnahme. Die Tiere lassen sich wesentlich einfacher von der Kohle trennen und gezielt aus dem Ansatz entnehmen. Gerade wenn regelmäßig Springschwänze an kleine Pfeilgiftfrösche verfüttert oder verschiedene Terrarien damit angeimpft werden sollen, ist das für mich ein wichtiger Vorteil.

Hat Kohle auch Nachteile?

Auch Kohle ist nicht perfekt. Im Vergleich zu einem fein strukturierten Erdsubstrat steht in einem gleich großen Behälter nicht zwangsläufig genauso viel besiedelbare Oberfläche zur Verfügung.

Wie produktiv ein Ansatz ist, hängt außerdem nicht allein vom verwendeten Substrat ab. Feuchtigkeit, Temperatur, Fütterung und die Größe beziehungsweise Dichte der vorhandenen Population spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Für mich überwiegt bei Kohle trotzdem der praktische Vorteil: Ich kann die Springschwänze wesentlich einfacher nutzen, wenn ich sie brauche.

Was eignet sich besser zum Verfüttern?

Wer Springschwänze hauptsächlich als Futtertiere züchtet, sollte meiner Meinung nach besonders auf eine einfache Entnahme achten. Genau hier sehe ich Kohle gegenüber Erde im Vorteil.

Bei einem Erdansatz können die Tiere zwar ebenfalls gut leben und sich vermehren, beim Entnehmen landet jedoch schnell Substrat zusammen mit den Springschwänzen im Futterbehälter oder Terrarium. Bei einem Kohleansatz lassen sich die Tiere für mich wesentlich gezielter entnehmen.

Das ist besonders bei kleinen Pfeilgiftfröschen praktisch, bei denen Springschwänze regelmäßig als sehr kleines Lebendfutter eingesetzt werden können.

Erde oder Kohle für die Bodenpolizei?

Soll ein Terrarium lediglich mit Springschwänzen angeimpft werden, spielt die saubere Entnahme eine geringere Rolle. Etwas Substrat aus einem bestehenden Ansatz kann problemlos mit ins Terrarium gegeben werden.

Wer dagegen dauerhaft eigene Springschwänze vermehren und regelmäßig entnehmen möchte, profitiert stärker von einem leicht zu handhabenden Zuchtansatz.

Fazit

Sowohl Erde als auch Kohle können grundsätzlich als Grundlage für einen Springschwanz-Ansatz funktionieren. Für meine eigene Zucht bevorzuge ich Kohle, weil sich die Springschwänze daraus wesentlich einfacher und sauberer entnehmen lassen.

Erde bietet viel Struktur und Oberfläche, macht die gezielte Entnahme für mich aber unnötig umständlich. Gerade wenn die Springschwänze regelmäßig als Futtertiere genutzt werden, ist Kohle deshalb für mich die praktischere Lösung.

Andere Substrate können ebenfalls interessant sein. Ich teste beispielsweise aktuell noch weitere Möglichkeiten, möchte diese aber erst beurteilen, wenn ich damit ausreichend eigene Erfahrung gesammelt habe.

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