Pilze gehören zu einem funktionierenden Terrarium dazu. Gerade in frisch eingerichteten Bioaktiv-Terrarien oder bei hoher Luftfeuchtigkeit ist es völlig normal, dass sich zeitweise Pilze oder Schimmel bilden. Sie übernehmen eine wichtige Aufgabe beim Abbau organischer Materialien und sind deshalb zunächst kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist jedoch, zwischen harmlosen Pilzen und problematischem Schimmel zu unterscheiden.
Normale Pilze sind meist ein gutes Zeichen
Immer wieder erscheinen im Terrarium kleine Fruchtkörper – also die eigentlichen Pilze, die aus dem Bodengrund oder aus Holz wachsen. Häufig sind sie nur wenige Tage sichtbar und verschwinden anschließend von selbst.
Solche Pilze entstehen vor allem auf:
- Holz und Wurzeln
- Laub
- Xaxim
- Moos
- organischem Bodengrund
Sie zeigen, dass genügend Feuchtigkeit vorhanden ist und Mikroorganismen aktiv arbeiten. Gerade in naturnah eingerichteten Terrarien sind sie deshalb eher ein Zeichen für ein funktionierendes Ökosystem als für ein Problem.
Die Fruchtkörper selbst richten in der Regel keinen Schaden an und können entweder im Terrarium verbleiben oder entfernt werden, wenn sie optisch stören.
Schimmelpilze unterscheiden sich deutlich
Schimmel bildet keine typischen Pilzhüte, sondern erscheint als flächiger Belag. Je nach Art kann er weiß, grau, grün oder schwarz sein und wächst häufig watteartig oder pelzig.
Besonders häufig tritt Schimmel auf:
- nach dem Einrichten eines neuen Terrariums
- auf Futterresten
- auf abgestorbenen Pflanzenteilen
- bei dauerhaft schlechter Luftzirkulation
Ein leichter weißer Schimmelbelag in den ersten Wochen eines neuen Terrariums ist völlig normal. Das biologische Gleichgewicht muss sich zunächst entwickeln. Mit einer funktionierenden Bodenpolizei verschwindet dieser häufig von selbst.
Welche Rolle spielt die Bodenpolizei?
Springschwänze und Asseln gehören zu den wichtigsten Helfern gegen Schimmel.
Sie beseitigen:
- abgestorbene Pflanzenreste
- Futterreste
- Schimmelbeläge
- organische Abfälle
Dadurch entziehen sie Schimmelpilzen die Nahrungsgrundlage und tragen wesentlich zu einem stabilen biologischen Gleichgewicht bei.
Vor allem Springschwänze sind dafür bekannt, frischen Schimmel sehr effektiv zu reduzieren.
Wann sollte man eingreifen?
Nicht jeder Pilz muss entfernt werden. Eingreifen sollte man vor allem dann, wenn:
- Schimmel großflächig Pflanzen überwuchert.
- Futterreste dauerhaft verschimmeln.
- unangenehme Gerüche entstehen.
- Schimmel trotz funktionierender Bodenpolizei immer weiter zunimmt.
- Tiere direkt betroffen sind.
In diesen Fällen hilft es meist bereits:
- verschimmelte Stellen zu entfernen,
- die Belüftung leicht zu verbessern,
- weniger Futter anzubieten,
- die Bodenpolizei zu verstärken.
Fungizide oder chemische Mittel haben in einem Bioaktiv-Terrarium dagegen nichts verloren, da sie auch nützliche Mikroorganismen schädigen können.
Warum treten Pilze besonders in neuen Terrarien auf?
Nach der Einrichtung befinden sich große Mengen organischen Materials im Terrarium. Holz, Laub, Moos und Bodengrund werden zunächst von Pilzen und Mikroorganismen besiedelt.
Sobald sich das biologische Gleichgewicht etabliert hat und Asseln, Springschwänze sowie andere Bodenorganismen ihre Arbeit aufnehmen, gehen Pilz- und Schimmelwachstum meist deutlich zurück.
Deshalb sind Pilze in den ersten Wochen häufig wesentlich stärker ausgeprägt als in einem lange eingefahrenen Terrarium.
Fazit
Pilze gehören zu einem naturnahen Terrarium dazu und sind meist kein Grund zur Sorge. Kleine Fruchtkörper auf Holz oder Bodengrund zeigen oft sogar, dass Feuchtigkeit und Mikroklima stimmen. Problematisch wird es erst, wenn sich Schimmel dauerhaft stark ausbreitet oder Pflanzen und Tiere beeinträchtigt werden. Mit einer gut etablierten Bodenpolizei, ausreichend Belüftung und etwas Geduld reguliert sich das biologische Gleichgewicht in den meisten Terrarien von selbst.
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