Welche Pflanzen eignen sich für kleine Terrarien?
Gerade kleine Terrarien können mit einer dichten und abwechslungsreichen Bepflanzung sehr natürlich gestaltet werden. Allerdings eignet sich nicht jede Terrarienpflanze gleichermaßen für wenig Platz.
Eine Pflanze, die in einem großen Regenwaldterrarium problemlos wachsen kann, kann ein kleines Terrarium innerhalb kurzer Zeit vollständig überwuchern. Besonders wichtig sind deshalb kompakter Wuchs, kleine Blätter und eine gute Schnittverträglichkeit.
Mit der richtigen Auswahl lassen sich aber auch kleine Terrarien abwechslungsreich mit Bodendeckern, Rankpflanzen, Aufsitzerpflanzen und Moosen gestalten.
Worauf sollte man bei Pflanzen für kleine Terrarien achten?
Entscheidend ist nicht nur die aktuelle Größe einer Pflanze. Gerade Jungpflanzen können beim Kauf täuschen und später wesentlich größer werden.
Für kleine Terrarien sind besonders Pflanzen interessant, die:
- von Natur aus klein bleiben
- relativ kleine Blätter bilden
- langsam oder kontrollierbar wachsen
- regelmäßigen Rückschnitt vertragen
- vorhandene Rückwände und Äste nutzen können
- nicht innerhalb kurzer Zeit andere Pflanzen überwuchern
Schnelles Wachstum muss dabei nicht grundsätzlich schlecht sein. Eine gut schnittverträgliche Rankpflanze kann beispielsweise hervorragend für kleine Terrarien geeignet sein, solange sie regelmäßig zurückgeschnitten wird.
Schwieriger sind Pflanzen, die große Blätter oder umfangreiche Wurzelsysteme entwickeln und sich langfristig kaum auf den vorhandenen Raum begrenzen lassen.
Verschiedene Wuchsformen miteinander kombinieren
Auch bei wenig Platz lohnt es sich, unterschiedliche Bereiche des Terrariums zu bepflanzen.
Statt den gesamten Boden mit Pflanzen zu füllen, können beispielsweise Boden, Rückwand, Äste und andere Einrichtungsgegenstände genutzt werden.
Dadurch entsteht auf kleiner Grundfläche deutlich mehr bepflanzbare Fläche.
Zur Orientierung lassen sich geeignete Pflanzen grob in Bodendecker, Rank- und Kletterpflanzen, Aufsitzerpflanzen und Moose unterteilen.
Die Grenzen sind allerdings fließend. Einige Pflanzen können je nach Gestaltung auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden.
Bodendecker für kleine Terrarien
Bodendeckende Pflanzen eignen sich dazu, freie Flächen zwischen Laub, Wurzeln und anderen Einrichtungsgegenständen zu begrünen.
Gerade in kleinen Terrarien sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen nicht zu hoch wachsen und andere Bereiche schnell überwuchern.
Geeignet sind insbesondere kleinbleibende Arten, die sich durch Rückschnitt gut kontrollieren lassen.
Meine Empfehlungen für kleine Terrarien:
- Pilea spruceana
- Fittonia
- Selaginella uncinata
- Selaginella krausiana
Dabei muss der Boden nicht vollständig bepflanzt werden. Besonders bei Terrarien für bodenbewohnende Tiere sollte weiterhin ausreichend nutzbare Fläche sowie gegebenenfalls eine natürliche Laubschicht vorhanden sein.
Rank- und Kletterpflanzen für kleine Terrarien
Rankende und kriechende Pflanzen sind für kleine Terrarien besonders interessant, weil sie die vertikale Fläche nutzen können.
Sie können Rückwände, Kork, Äste und Wurzeln begrünen, ohne viel Grundfläche einzunehmen.
Einige Arten wachsen allerdings ausgesprochen schnell. Das kann einerseits praktisch sein, weil eine Rückwand schnell begrünt wird, andererseits aber regelmäßigen Rückschnitt erforderlich machen.
Meine Empfehlungen für kleine Terrarien:
- Ficus pumila
- Ficus quercifolia
- Ficus sp. „Narrow Leaf“
- Marcgravias (z.b. sp. „Mini Melon“)
- Piper sp. „Timika“
- Piper sp. „Mini“
- Freycinetia elegantula
- Epipremnum pinnatum
- Philodendron „Micans“
- Scindapsus pictus
- Cissus amazonica
Gerade bei kleinen Terrarien kontrolliere ich solche Pflanzen regelmäßig und schneide sie zurück, bevor sie langsam wachsende Pflanzen beschatten oder überwuchern.
Aufsitzerpflanzen für kleine Terrarien
Aufsitzerpflanzen sind eine weitere Möglichkeit, den vorhandenen Raum effizient zu nutzen.
Sie können je nach Art auf:
- Ästen
- Wurzeln
- Kork
- Rückwänden
- anderen geeigneten Strukturen
wachsen.
Dadurch lassen sich Bereiche bepflanzen, die für klassische Bodenpflanzen überhaupt nicht zur Verfügung stehen.
Für kleine Terrarien sollten auch hier bevorzugt kompakte Arten beziehungsweise Sorten gewählt werden.
Meine Empfehlungen für kleine Terrarien:
- Mini-Orchideen
- Anubias
- Bucephalandras
- diverse kleinbleibende Bromelien
Bei Bromelien beispielsweise gibt es erhebliche Größenunterschiede. Während kompakte Arten und Sorten hervorragend in kleine Terrarien passen können, benötigen große Bromelien entsprechend mehr Platz.
Moose für kleine Terrarien
Moose eignen sich hervorragend dazu, kleinere Flächen, Wurzeln oder Teile einer Rückwand zu begrünen.
Durch ihren niedrigen Wuchs nehmen sie nur wenig Raum ein und können einem kleinen Terrarium ein deutlich natürlicheres und eingewachseneres Erscheinungsbild geben.
Allerdings stellt nicht jedes Moos dieselben Ansprüche an Feuchtigkeit, Licht und Luftbewegung.
Meine Empfehlungen für kleine Terrarien:
- Christmas Moos
- Spiky Moos
Besonders wichtig ist ein geeignetes Mikroklima. Dauerhaft vollständig nasse Bedingungen sind nicht automatisch besser als eine hohe Luftfeuchtigkeit mit regelmäßigen Abtrocknungsphasen.
Kleine Blätter lassen das Terrarium größer wirken
Neben den Bedürfnissen der Pflanzen spielt auch die optische Wirkung eine Rolle.
Sehr große Blätter können ein kleines Terrarium noch kleiner erscheinen lassen. Pflanzen mit kleinen Blättern erzeugen dagegen feinere Strukturen und können dadurch den Eindruck eines wesentlich größeren Lebensraums vermitteln.
Dieser Effekt ist besonders bei Rückwand- und Kletterpflanzen deutlich.
Wer ein kleines Terrarium möglichst natürlich gestalten möchte, kann deshalb gezielt Pflanzen mit kleinen Blättern miteinander kombinieren.
Schnell wachsende Pflanzen sind nicht grundsätzlich ungeeignet
Bei kleinen Terrarien wird häufig empfohlen, ausschließlich langsam wachsende Pflanzen zu verwenden.
Das ist meiner Erfahrung nach nicht zwingend notwendig.
Schnell wachsende Pflanzen können sogar Vorteile haben: Sie begrünen freie Bereiche schnell und können problemlos durch Stecklinge vermehrt werden.
Entscheidend ist vielmehr, wie gut sich das Wachstum kontrollieren lässt.
Eine schnell wachsende Pflanze, die problemlos zurückgeschnitten werden kann, kann deshalb geeigneter sein als eine langsam wachsende Art, die langfristig schlicht zu groß für das Terrarium wird.
Pflanzen regelmäßig zurückschneiden
In kleinen Terrarien gehört der Rückschnitt zur normalen Pflege.
Besonders Rankpflanzen können ansonsten andere Pflanzen überwachsen und ihnen das Licht nehmen. Auch ursprünglich freie Bereiche können mit der Zeit vollständig zuwachsen.
Regelmäßiges Zurückschneiden sorgt dafür, dass:
- unterschiedliche Pflanzen sichtbar bleiben
- ausreichend Licht in die unteren Bereiche gelangt
- Lauf- und Kletterflächen für die Tiere erhalten bleiben
- die gewünschte Gestaltung erhalten bleibt
Die dabei entstehenden Stecklinge können bei vielen Arten direkt zur Vermehrung genutzt werden.
Das Terrarium nicht komplett vollpflanzen
Gerade bei einem kleinen Terrarium ist die Versuchung groß, möglichst viele interessante Pflanzen auf wenig Raum unterzubringen.
Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass das Terrarium in erster Linie Lebensraum für seine Bewohner ist.
Ausreichend freie Flächen, Verstecke, Sichtbarrieren und Lauf- beziehungsweise Klettermöglichkeiten sollten erhalten bleiben.
Außerdem wachsen die Pflanzen weiter. Ein Terrarium, das unmittelbar nach der Einrichtung bereits vollständig bewachsen ist, kann deshalb wenige Monate später viel zu dicht sein.
Ich lasse bei der Einrichtung lieber etwas Platz und gebe den Pflanzen die Möglichkeit, diesen mit der Zeit selbst zu erobern.
Welche Pflanzen sind für kleine Terrarien besonders geeignet?
Eine pauschale Pflanzenliste gibt es nicht, da die Auswahl immer von den Bedingungen im jeweiligen Terrarium abhängt.
Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung und Beregnung müssen ebenso berücksichtigt werden wie die Tierart, für die das Terrarium eingerichtet wird.
Grundsätzlich bieten sich besonders kleinbleibende Bodendecker, feinblättrige Rankpflanzen, kompakte Aufsitzerpflanzen und Moose an.
Dabei müssen Pflanzen nicht zwangsläufig einer einzigen Kategorie zugeordnet werden. Eine kriechende Pflanze kann beispielsweise sowohl den Boden als auch eine Rückwand begrünen.
Viel wichtiger als die genaue Einordnung ist deshalb die Frage, wie sich eine Pflanze im vorhandenen Terrarium nutzen und langfristig kontrollieren lässt.
Fazit
Auch kleine Terrarien lassen sich abwechslungsreich und dicht bepflanzen. Entscheidend ist eine Pflanzenauswahl, die zum begrenzten Platzangebot passt.
Kleinbleibende Arten, Pflanzen mit kleinen Blättern und gut schnittverträgliche Rankpflanzen sind besonders interessant. Aufsitzerpflanzen und Moose ermöglichen zusätzlich die Nutzung von Ästen, Wurzeln und Rückwänden, sodass nicht nur die begrenzte Grundfläche zur Verfügung steht.
Statt möglichst viele Pflanzen einzusetzen, sollte bereits bei der Einrichtung berücksichtigt werden, wie groß die Pflanzen später werden.
Mit einer Kombination unterschiedlicher Wuchsformen kann so selbst auf wenig Raum ein strukturierter und natürlich wirkender Lebensraum entstehen.
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Christmas Moos (Vesicularia montagnei)
4,00€ -
Ficus pumila „Sunny Green“
3,00€ -
Ficus pumila „Sunny White“
3,00€ -
Spiky Moos (Taxiphyllum sp.)
4,00€ -
Cissus amazonica
4,00€






