Warum rufen Pfeilgiftfrösche?

Das charakteristische Rufen gehört zu den spannendsten Verhaltensweisen von Pfeilgiftfröschen. Je nach Art erklingen die Rufe fast den ganzen Tag oder nur zu bestimmten Zeiten und erfüllen verschiedene wichtige Aufgaben.

Wer Pfeilgiftfrösche hält, kann anhand der Rufe oft erkennen, wie sich die Tiere fühlen und was gerade im Terrarium passiert.

Revier markieren

Der häufigste Grund für das Rufen ist die Revierverteidigung.

Vor allem die Männchen machen mit ihren Rufen auf sich aufmerksam und signalisieren anderen Männchen, dass ein bestimmter Bereich bereits besetzt ist. Dadurch lassen sich viele direkte Auseinandersetzungen vermeiden.

Je nach Art kann das Revier nur wenige Quadratdezimeter oder einen größeren Teil des Terrariums umfassen.

Weibchen anlocken

Ein weiterer wichtiger Grund ist die Partnersuche.

Mit ihren artspezifischen Rufen machen Männchen auf sich aufmerksam und zeigen den Weibchen, dass sie gesund und fortpflanzungsbereit sind.

Hat ein Weibchen Interesse, folgt häufig eine Balz, bei der das Männchen das Weibchen zu einem geeigneten Eiablageplatz führt.

Bei einigen Arten endet die Kommunikation jedoch nicht mit der Eiablage. So rufen beispielsweise Oophaga-Arten sowie Arten aus dem Ranitomeya imitator-Komplex ihre Weibchen später erneut zu den bereits transportierten Kaulquappen. Dort legt das Weibchen unbefruchtete Nähreier ab, von denen sich die Kaulquappen ernähren.

Die Rufe dienen hier also nicht nur der Partnersuche, sondern sind auch ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Brutpflege.

Kommunikation zwischen den Tieren

Die Rufe dienen auch der allgemeinen Kommunikation innerhalb der Gruppe.

Besonders bei gruppentauglichen Arten kann man beobachten, dass sich mehrere Männchen gegenseitig beantworten oder nacheinander rufen.

Dadurch entstehen die typischen „Froschkonzerte“, die viele Halter besonders faszinierend finden.

Wann rufen Pfeilgiftfrösche?

Die meisten Pfeilgiftfrösche rufen tagsüber.

Besonders häufig hört man sie:

  • morgens nach dem Einschalten der Beleuchtung,
  • nach der Beregnung,
  • bei steigender Luftfeuchtigkeit,
  • während der Fortpflanzungszeit,
  • wenn andere Männchen in der Nähe rufen.

Nicht jede Art ruft gleich häufig. Manche Arten sind fast täglich zu hören, andere nur gelegentlich.

Rufen auch Weibchen?

In der Regel rufen ausschließlich die Männchen.

Weibchen besitzen zwar ebenfalls eine Stimme, geben aber bei den meisten Arten keine typischen Werberufe von sich.

Das regelmäßige Rufen ist daher häufig ein Hinweis darauf, dass es sich um ein Männchen handelt.

Eigene Erfahrungen

In meinen Terrarien unterscheiden sich die Arten deutlich.

Die Ranitomeya sirensis „Divisoria“ rufen beispielsweise sehr regelmäßig und lassen sich dadurch oft auch dann lokalisieren, wenn sie selbst gut versteckt sitzen.

Auch bei meinen Dendrobates leucomelas, Oophaga pumilio „Colon“ und Epipedobates anthonyi sind Rufe regelmäßig zu hören, wobei Häufigkeit und Intensität je nach Situation variieren.

Muss ich mir Sorgen machen, wenn meine Frösche nicht rufen?

Nicht unbedingt.

Viele Faktoren beeinflussen das Rufverhalten:

  • Alter der Tiere
  • Geschlecht
  • Eingewöhnungszeit
  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Anwesenheit weiterer Frösche

Junge Tiere oder einzelne Männchen rufen häufig deutlich seltener als geschlechtsreife Tiere in einer Gruppe.

Bleiben die Tiere aktiv, fressen gut und zeigen ein normales Verhalten, ist fehlendes Rufen allein kein Grund zur Sorge.

Fazit

Das Rufen von Pfeilgiftfröschen dient vor allem der Revierverteidigung, der Partnersuche und der Kommunikation zwischen den Tieren.

In einem gut eingerichteten Terrarium gehören die artspezifischen Rufe zum natürlichen Verhalten und sind oft ein Zeichen dafür, dass sich die Tiere wohlfühlen und ihr normales Sozialverhalten zeigen.

Passende Themen

Empfohlene Produkte