Sauerstoff im Aquarium – Ursachen, Probleme und Lösungen

Sauerstoff gehört zu den wichtigsten Faktoren für ein gesundes Aquarium. Sowohl Fische als auch Garnelen, Schnecken und nützliche Bakterien sind auf ausreichend gelösten Sauerstoff angewiesen. Sinkt der Sauerstoffgehalt zu stark, kann das innerhalb kurzer Zeit zu Stress oder sogar zum Tod der Tiere führen.

Woher kommt der Sauerstoff im Aquarium?

Sauerstoff gelangt hauptsächlich auf zwei Wegen ins Aquarium:

  • über den Gasaustausch an der Wasseroberfläche
  • durch Wasserpflanzen während der Photosynthese

Oft wird angenommen, dass Pflanzen allein den Sauerstoffbedarf decken. Tatsächlich produzieren sie jedoch nur bei ausreichend Licht Sauerstoff. Nachts verbrauchen auch Pflanzen Sauerstoff, genau wie Fische und Bakterien.

Der wichtigste und dauerhaft zuverlässige Sauerstofflieferant ist daher ein guter Gasaustausch an der Wasseroberfläche.

Woran erkennt man Sauerstoffmangel?

Typische Anzeichen sind:

  • Fische schnappen an der Wasseroberfläche nach Luft
  • Garnelen sitzen vermehrt an der Wasseroberfläche oder direkt am Filterauslass
  • verminderte Aktivität
  • schnelle Atmung der Fische
  • im Extremfall Todesfälle, besonders morgens

Treten diese Symptome auf, sollte schnell gehandelt werden.

Häufige Ursachen für Sauerstoffmangel

Zu wenig Oberflächenbewegung

Die häufigste Ursache ist eine zu ruhige Wasseroberfläche.

Der Sauerstoff gelangt hauptsächlich über den Gasaustausch ins Wasser. Ist die Oberfläche nahezu spiegelglatt, funktioniert dieser Austausch deutlich schlechter.

Eine leichte Oberflächenbewegung verbessert den Sauerstoffeintrag erheblich.

Hohe Wassertemperaturen

Je wärmer Wasser wird, desto weniger Sauerstoff kann es speichern.

Gerade im Hochsommer steigt gleichzeitig der Sauerstoffbedarf vieler Tiere, während die Sauerstoffmenge im Wasser sinkt. Deshalb treten Sauerstoffprobleme häufig während längerer Hitzeperioden auf.

Zu hoher Besatz

Je mehr Fische und Wirbellose im Aquarium leben, desto höher ist der Sauerstoffverbrauch.

Besonders dicht besetzte Aquarien reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen oder einen schlechten Gasaustausch.

Bakterienblüte

Nach Neueinrichtungen oder größeren Eingriffen kann es zu einer Bakterienblüte kommen. Dabei vermehren sich Bakterien explosionsartig und verbrauchen große Mengen Sauerstoff.

Typisch ist milchig-trübes Wasser.

In dieser Zeit kann eine zusätzliche Belüftung sinnvoll sein.

Starke organische Belastung

Futterreste, abgestorbene Pflanzen oder tote Tiere werden von Bakterien zersetzt. Auch dabei wird Sauerstoff verbraucht.

Regelmäßige Pflege und das Entfernen organischer Abfälle helfen, Sauerstoffprobleme zu vermeiden.

CO₂-Anlagen

Eine CO₂-Düngung verdrängt Sauerstoff zwar nicht direkt, kann bei einer Überdosierung jedoch den Gasaustausch beeinträchtigen und die Atmung der Tiere erschweren.

Eine korrekt eingestellte CO₂-Anlage stellt dagegen normalerweise kein Problem dar.

Wie kann man Sauerstoffmangel beheben?

Je nach Ursache helfen verschiedene Maßnahmen:

  • Filterauslass so einstellen, dass die Wasseroberfläche leicht bewegt wird.
  • Einen Sprudelstein oder Membranpumpe einsetzen.
  • Die Wassertemperatur bei Hitze möglichst senken.
  • Futtermenge reduzieren.
  • Organische Abfälle entfernen.
  • Einen größeren Wasserwechsel durchführen.
  • Bei einer Bakterienblüte die Belüftung vorübergehend erhöhen.

In akuten Notfällen ist eine zusätzliche Belüftung meist die schnellste und effektivste Maßnahme.

Braucht jedes Aquarium einen Sprudelstein?

Nein.

Ein gut laufendes Aquarium mit ausreichender Oberflächenbewegung benötigt normalerweise keinen zusätzlichen Sprudelstein.

Er kann jedoch in bestimmten Situationen sinnvoll sein, beispielsweise:

  • während einer Hitzewelle
  • bei einer Bakterienblüte
  • bei Sauerstoffmangel
  • beim Transport von Fischen
  • in Quarantänebecken

Fazit

Sauerstoffmangel gehört zu den gefährlichsten Problemen im Aquarium, lässt sich aber meist leicht vermeiden.

Eine leichte Oberflächenbewegung, angemessener Besatz, regelmäßige Pflege und stabile Wasserwerte sorgen normalerweise für ausreichend Sauerstoff. Besonders während heißer Sommertage oder bei einer Bakterienblüte sollte der Sauerstoffgehalt jedoch im Blick behalten werden.

Ein Sprudelstein ist kein Muss, kann in besonderen Situationen aber eine einfache und wirkungsvolle Hilfe sein.

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